Nachtgedanken #1

Es ist 02.37 Uhr, mitten in der Nacht. Der Wecker steht auf 06.00 Uhr. Meine Gedanken lassen mir mal wieder keine Ruhe.

Ich denke jeder, auch du, kennt das. Man liegt im Bett und möchte einfach nur schlafen, stattdessen denkt und denkt und denkt man.

Umso mehr ich denke, umso aufgewühlter bin ich und umso weniger kann ich schlafen. Meistens geht es um meine Zukunft. Meine beruflichen Perspektiven, meine Lebensplanung langfristig gesehen, meine Ziele, meine Wünsche, meine Sehnsüchte,..  Und manchmal macht mir das alles einfach nur Angst. Die Ungewissheit macht mir Angst. Nicht zu wissen was kommen wird. Nicht zu wissen ob ich das bekomme, was ich mir so sehr wünsche (beruflich). Es macht mir Angst, dass ich keinen Plan B habe.  Ich habe Angst davor, dass das Leben gerade so an mir vorbeirauscht. Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Und manchmal macht es mir Angst, dass ich mit niemandem darüber sprechen kann.

Was habe ich bisher denn schon erreicht? Oftmals habe ich das Gefühl, ich stehe einfach auf der Stelle und komme nicht vorwärts. Dabei möchte ich doch einfach meinen Horizont erweitern, mich weiterentwickeln, reifer werden, mein Leben leben. Ich verschwende mein Leben mit zu vielen oberflächlichen Beziehungen. Ich würde so gerne tiefsinnige Gespräche führen, über das Leben philosophieren und neue Erkenntnisse erlangen.

Soeben habe ich den Account einer bekannten Instagrammerin durchstöbert, ich bewundere sie schon immer. Sie ist in meinem Alter, doch wirkt sie so viel reifer, erwachsener, so viel erfahrener. Daneben fühle ich mich wie ein kleines unbeholfenes Kind. Ich beneide sie, um all ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Um die Art wie sie spricht und die Art wie sie sich gibt. Ihr Auftreten, ihre Erscheinung, ihr Denken. Ich habe mich bei dem Gedanken ertappt, so sein zu wollen wie sie.

Vermutlich habe ich mich in meinem Leben einfach zu wenig getraut. Und wer sich nichts traut, wird niemals wachsen. Selbst wenn ich auf die Schnauze falle, ist es eine Erfahrung. Jede Erfahrung macht einen stärker und reifer. Wenn ich mich immer nur in meinem Alltagstrott bewege, werde ich niemals wachsen.

Mein Leben ist seit ca. 5 Jahren jeden Tag das Gleiche. Es ist an der Zeit etwas zu ändern. Es ist an der Zeit sich neuen Herausforderungen zu stellen und Dinge zutun, die man normalerweise nicht tun würde. Momentan werde ich noch im Ungewissen gelassen und kann mein Leben schwer planen. Aber bald, bald kann es vorwärts gehen. In welche Richtung weiß ich jedoch noch nicht. Hauptsache es wird besser, Hauptsache es wird anders. Anders als jetzt.

Ein paar Dinge gibt es jedoch, auf die ich mich freue, an denen ich wachsen und mich neuen Herausforderungen stellen werde: bspw. werde ich den Jokobsweg alleine pilgern – ich habe mich nie getraut alleine zu reisen, aber aus welchem Grund? Ich bin eine erwachsene Frau, die die meiste Zeit auf sich alleine gestellt ist, dann werde ich das ja wohl auch alleine bewerkstelligen können.

Ich habe jetzt einen Bruchteil meiner Gedanken aufgeschrieben und hoffe, sie lassen mich nun in Ruhe.

Womöglich macht dieser Blogpost wenig Sinn, womöglich interessiert es niemanden, womöglich ist es mir egal. Gute Nacht.

8 Kommentare

  1. Julia
    Februar 12, 2018 / 10:24 pm

    Mir geht es oft genauso wie dir! Du bist nicht alleine mit solchen Gedanken, ich denke die meisten Menschen haben solche Ängste & Zweifel. Vielleicht braucht man manchmal aber genau solche Gedanken um im Leben weiterzukommen! You Go Girl <3
    Toll geschrieben btw.
    Liebe Grüße Juli

    • Februar 15, 2018 / 5:08 pm

      Danke liebe Julia für deine Worte! 🙂 Vermutlich braucht man diese Gedanken wirklich manchmal, um etwas ändern zu können. 🙂
      Liebe Grüße

  2. Anna
    Februar 13, 2018 / 5:15 am

    Dieses Alter ist beschissen. Theoretisch ist man „erwachsen”. Man will sein eigenes Ding durchziehen und gleichzeitig braucht man irgendwie doch noch die Nestwärme von zuhause. Selbst wenn du deinen PlanA nicht umsetzen kannst, wird doch irgendwie ein neuer Plan entstehen. Du wirst aber auf jedenfall einen anderen Weg gehen als jetzt.

    • Februar 15, 2018 / 5:09 pm

      Da hast du recht! Obwohl ich nicht weiß ob es mit dem Alter besser wird 😀
      Liebe Grüße

  3. Patrick
    Februar 14, 2018 / 9:00 am

    Für mich ist das der beste Post den ich von dir gelesen habe (nicht, dass die anderen schlecht waren). Du lässt da ziemlich tief in dein Gewissen einblicken und das finde ich sehr mutig. Meiner Meinung nach solltest du dein Leben einfach leben, klar hört sich easy an, aber wenn du dir zuviele Gedanken über etwas machst, verlierst du die Zeit, die du dadurch nutzen könntest. Wenn du jeden Tag rumläufst und denkst “fuck was mach ich eigentlich?” dann mach es einfach, egal was. Es ist DEIN Leben und keiner hat zu entscheiden was du damit anstellst. Man sollte denke ich immer einen Plan B oder C oder Z haben, aber das kommt von alleine, wenn der Kopf frei ist. Ich war auch in so einer Situation und dachte mir, dass einfach nichts klappt. Dann hab ich getan auf was ich bock hatte und hab jetzt zB einen geilen Job mit den geilsten Menschen. Ich denke es passiert alles aus einem Grund, wir haben einen vorgeschriebenen Weg und manchmal weichen wir da etwas ab, aber kommen immer ans Ziel. Finde es auch super, dass du den Jakobsweg alleine laufen willst…. lass den Kopf nicht hängen, mach dein Ding und genieße jede Sekunde.

    • Februar 15, 2018 / 5:10 pm

      Danke Patrick für deine motivierenden Worte! 🙂 Du hast mit allem recht was du sagst…
      wird schon werden, muss ja 😉
      Liebe Grüße

  4. Marie-Luise
    März 2, 2018 / 2:50 pm

    Ich kenne das und kann dich voll verstehen! Wir machen uns leider immer viel zu viele unnötige Gedanken. Aber wie bereits gesagt wurde, manchmal kommt man nur durch solche Gesanken vorwärts
    Ich bin mir sicher du wirst deinen Weg finden!!
    Liebe Grüße & cooles Tattoo

    • März 4, 2018 / 7:12 am

      Du hast vollkommen recht! und vielen Dank ❤︎

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