Jakobsweg – Camino Portugues: Alles was du wissen solltest

In diesem Beitrag findest du alle wichtigen Infos und Fakten über den portugiesischen Jakobsweg. Von Porto nach Santiago und Finisterre.

Der Beitrag ist in folgende Punkte eingeteilt. Du kannst einfach anklicken was dich interessiert! 🙂

  1. Mein erster Jakobsweg – Meine Erfahrungen
  2. Der portugiesische Jakobsweg / Wie funktioniert pilgern eigentlich?
  3. Die richtige Vorbereitung
  4. Ausrüstung und Packliste
    • Kleidung und Ausrüstung
    • Hygiene
    • Technik
    • Geld und Unterlagen
    • Sonstiges
  5. Pilgerausweis und Stempel
  6. Die Etappen – von Porto nach Santiago
    • Meine gelaufenen Etappen – 11 Tage
    • Ursprünglich geplante Etappen – 12 Tage
    • Warum ich durchs Landesinnere und nicht den Küstenweg gelaufen bin
  7. Kap Finisterre – das Ende der Welt
  8. Meine Unterkünfte
    • Unterkünfte im Voraus buchen?
    • Findet man problemlos eine freie Herberge?
    • Sind die Unterkünfte gut ausgeschildert?
    • Meine Unterkünfte
    • Weitere Infos
  9. Meine Ausgaben 
  10. Mini-Wörterbuch 
  11. Meine Tipps für dich
  12. Eure Fragen, meine Antworten

1. PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN

Hier findest du alles über meine persönlichen Erfahrungen beim Pilgern! 🙂

2. DER PORTUGIESISCHE JAKOBSWEG

Der Camino Portugues  ist unter Pilgern der zweitbeliebteste Weg. Der Camino Francés liegt hier wohl auf Platz 1, jedoch umfasst dieser Weg 800 Kilometer und man benötigt hierfür ca. 5 Wochen – und nicht jeder hat 5 Wochen Zeit.

Der Camino Portugues ab Porto beträgt ungefähr 250 Kilometer und ist für die meisten Pilger in 2 Wochen gut machbar! Und wem das zu kurz ist, kann den portugiesischen Jakobsweg auch einige hundert Kilometer eher, in Lissabon, beginnen.

Weitere Fakten:

  • Zweitbeliebtester Jakobsweg, nach dem Camino Francés
  • 250 Kilometer, gut machbar in 2 Wochen (ab Porto)
  • Pilger Einsteigerfreundlich (“leichtere” Wege)
  • Durchquert 2 Länder: Portugal & Spanien
  • Ideale Reisezeit: Frühjahr bis Herbst
  • Noch nicht so überfüllt wie bspw. der französische Jakobsweg

Wie funktioniert pilgern eigentlich?

Das Ziel des Jakobswegs, egal welchen man pilgert – es gibt etliche, ist immer Santiago de Compostela in Spanien. Hier kann man sich im Pilgerbüro seine Pilgerurkunde abholen. Diese bekommt man allerdings nur, wenn man mindestens 100 Kilometer gelaufen oder mit dem Fahrrad 200 Kilometer gefahren ist.

Als Nachweis hierfür besorgt man sich vorab einen Pilgerausweis. Dieser ist unter anderem die Eintrittskarte für sämtliche Pilgerherbergen! In jeder Unterkunft bekommt man einen Stempel inkl. Datum in seinen Pilgerausweis. Sodass schon alleine der vollgestempelte Pilgerausweis eine Wahnsinns Erinnerung ist! Weitere Stempel bekommt man bspw. in Kirchen und sämtlichen Cafés/Restaurants.

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3. DIE RICHTIGE VORBEREITUNG

Kurz gesagt – du musst kaum etwas vorbereiten oder planen. Am Ende kommt es sowieso anders als geplant und den Jakobsweg solltest du spontan gehen. Du kannst dich natürlich vorher ein bisschen über eventuelle Etappen informieren, das habe ich auch gemacht, am Ende habe ich es jedoch einfach auf mich zukommen lassen.

Das einzige worum du dich vorab kümmern solltest:

  • Pilgerausweis bestellen (zum Beispiel hier.)
  • Auslandskrankenversicherung abschließen
  • Kreditkarte fürs Ausland organisieren
  • Rucksack und Ausrüstung besorgen
  • Flüge buchen

  • Schuhe und Socken einlaufen
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    4. AUSRÜSTUNG UND PACKLISTE

    Als Orientierung hier einmal meine Packliste! Die Dinge die vorne mit einem * gekennzeichnet sind, sind optional. Du solltest auf jeden Fall bedenken, dass du den Rucksack 2 Wochen lang von morgens bis abends auf dem Rücken trägst.

    Achte darauf, dass dein Rucksack nicht mehr als 6-7 Kilo wiegt! Viele Pilger tragen viel zu viel mit sich rum (auch ich hatte unnötiges dabei). Nimm lieber weniger als zu viel mit. Du kannst dir zur Not alles in Portugal/Spanien besorgen. Denn auch, wenn du den Jakobsweg läufst, befindest du dich immer noch in der Zivilisation! 😉

    Kleidung und Ausrüstung

    • Rucksack
      Ich empfehle dir einen Rucksack mit 30-40 Liter Fassungsvermögen! Ich hatte einen 20 Liter Rucksack dabei und es wurde eng, sehr eng! Aber es hat dennoch alles reingepasst. Etwas mehr Platz wäre trotzdem schön gewesen, daher die 30-40 Liter. Lasse dich am besten im Fachhandel beraten und den Rucksack auf dich einstellen. Die richtige Einstellung ist das A und O, damit du das Gewicht auf den Hüften trägst und nicht auf den Schultern. Ich kann dir den Deuter Air Comfort Rucksack sehr empfehlen!
    • Regenschutz für den Rucksack
      In passender Größe kaufen. Die meisten Rucksäcke haben bereits eine Regenhülle integriert. Und falls du dir einen Regenponcho besorgst, passt der Rucksack meistens auch darunter.
    • Ein paar Wanderschuhe
      Die richtigen Schuhe sind das A und O! Ich hatte keine Wanderschuhe sondern meine Adidas Adiprene dabei. In diesen Schuhen kann ich soweit laufen wie ich möchte, ohne eine einzige Blase zu bekommen. Ich habe eine festen Halt, die Schuhe sind trotzdem sehr leicht und nicht zu eng. Beim Laufen schwellen die Füße etwas an, daher ist genug Platz wichtig! Am besten lässt du dich hier ebenso beraten. WICHTIG: Unbedingt die Schuhe + Socken vorher gut einlaufen, du willst wirklich keine Blasen bekommen!
    • Funktions-Shirts
      Ich hatte ein Top, ein T-Shirt und ein langärmliges Funktions-Shirt dabei
    • Eine lange und kurze Hose
      Ich hatte eine lange Sportleggings und eine kurze lockere Sporthose dabei und war damit vollkommen zufrieden. Viele Pilger empfehlen Trekkinghosen* mit Zipp-off um sie auch als kurze Hose tragen zu können. Die Entscheidung bleibt dir überlassen. Aber bitte keine Jeanshose!! Es gab wirklich Leute die damit gepilgert sind.
    • Eine Fleecejacke
      Morgens und Abends ist es frisch (im Monat Mai zumindest)!
    • 2-3 Unterhosen
      Am besten du packst 2-3 Funktionsunterhosen ein. Diese trocknen schnell. Aber natürlich gehen auch stinknormale Unterhosen! Achte nur darauf, dass sie bequem sind. An die Mädels: Nimm Slipeinlagen mit, so sparst du dir Unterhosen – du weißt schon.
    • 2-3 Paar Wandersocken / Sportsocken / Camino Socken*
      Achte darauf, dass deine Socken keine Nähte haben. Sportsocken sind dafür optimal! Es gibt inzwischen sogar extra Camino Socken die zweilagig und besonders gut gegen Blasenbildung geeignet sind. Die beidenSchichten der Socken reiben aufeinander und nicht auf deiner Haut. Sie ersetzen also den Insidertipp zwei Socken übereinander zuziehen um Blasen zu vermeiden!
    • Ein paar FlipFlops / Badelatschen
      Nimm unbedingt ein leichtes Schuhpaar mit. Ich hatte Badelatschen dabei. Damit konnte ich duschen (Barfuß möchte ich nicht unbedingt in die Duschen der Herbergen) und nach dem Pilgern draußen rumlaufen.
    • Regenponcho*
      Ich empfehle dir einen Regenponcho zu kaufen anstatt einer Regenjacke und -hose. Er ist ziemlich leicht und ein Teil nimmt weniger Platz weg als zwei. Zudem reicht dieser noch zusätzlich über den Rucksack.
    • Schlafsack*
      Zum Schlafen in den Herbergen benötigst du unbedingt einen Schlafsack (es gibt selten Bettwäsche). Ich hatte einen leichten Sommerschlafsack, dieser hat mir vollkommen gereicht. Außerdem ist er leicht waschbar und trocknet schnell.
    • Mikrofaser-Reisehandtuch*
      Auf ein normales Baumwoll-Handtuch solltest du wirklich verzichten! Die werden nass nur schwer und trocknen sehr langsam. Ich hatte zusätzlich zum Mikrofaser-Handtuch ein kleines Baumwoll-Handtuch dabei und habe dieses unterwegs weggeschmissen.
    • Sonnenschutz für den Kopf
    • Bauchtasche
      Hier hatte ich immer meinen kleinen Geldbeute und mein Handy drinnen. Ich habe sie während des Pilgern und danach getragen (so spart man sich die Handtasche).
    • Bikini / Badehose
    • *Trinkblase für den Rucksack
    • *Sport-BH
      Ich habe den Sport-BH als optional gekennzeichnet, da ich meinen nur am ersten Tag getragen habe. Für mich hat es sich ohne BH unter dem Rucksack einfach besser angefühlt! Meine Begleitung hat es übrigens nach ein paar Tagen genauso gemacht. 🙂
    • *Bandagen
    • *Wanderstöcke
      Ich habe auf dem Camino zum ersten Mal Wanderstöcke ausprobiert und kann sie dir wirklich nur empfehlen! Sie machen das Ganze wirklich etwas einfach. Aber Achtung: Wanderstöcke kannst du nicht mit ins Handgepäck nehmen und musst deinen Rucksack daher als Gepäckstück aufgeben!

    Hygiene

    Packe nicht zu viel ein, du bist nicht aus der Welt, es gibt überall Supermärkte.

    • Reisezahnpasta
    • Zahnbürste
    • Tube Reiseduschgel + Shampoo
    • Tube Hirschtalgcreme*
      Zum Vorbeugen gegen Blasen. Ich muss zugeben, ich habe meine Creme nie benutzt. Die meisten Pilger schwören allerdings darauf.
    • Packung Blasenpflaster
    • Reisekamm / -bürste
    • Tube Handwaschmittel*
      Natürlich kannst du deine Wäsche genauso gut mit Shampoo waschen.
    • Taschentücher
    • Handdesinfektionsmittel
    • Sonnencreme
    • 1 kleine Reiseapotheke (Aspirin, Schmerztabletten)
    • Frauen: Slipeinlagen
      Damit sparst du dir Unterhosen!
    • Frauen: Tampons / Binden / Menstruationstasse
    • *Rasierer
    • *Bodylotion
    • *Nagelpflegeset
    • *Verhütungsmittel

    Technik 

    • Handy und Ladegerät
    • *Powerbank
      Ich hatte eine Powerbank dabei, hab sie aber nicht benötigt. Tagsüber beim Pilgern habe ich das Handy kaum benutzt und in den Herbergen sind immer Steckdosen vorhanden.
    • *Kamera
      Wenn du gerne Fotos machst, pack deine Kamera ein. Aber eigentlich reicht auch das Handy. Ich habe meine Kamera + Stativ zwei Wochen mit mir rumgetragen ohne sie zu verwenden. Das Gewicht hätte ich also auch locker einsparen können.
    • *Stirnlampe
      Wenn du morgens im Dunklen in der Herberge aufstehst reicht auch dein Handylicht. Falls du im Dunklen loslaufen möchtest, macht eine Stirnlampe Sinn, ansonsten wird es mit den gelben Pfeilen ziemlich schwer. Ich bin jedoch immer losgelaufen, wenn es draußen hell wurde. Reicht vollkommen! 😉
    • *eBook Reader

    Geld und Unterlagen

    • Pilgerausweis
      Mehr Infos dazu gibt es beim nächsten Punkt
    • Kleiner Geldbeutel mit etwas Bargeld
    • Dein Personalausweis
    • 1 Kreditkarte
    • 1 EC-Karte
    • Unterlagen Auslandskrankenversicherung
    • *Tagebuch und Stift

    Sonstiges

    • Deine Jakobsmuschel
      Die Muschel kommt an deinen Rucksack. Sie ist das Erkennungszeichen aller Pilger, und sie wird dir viele Türen öffnen.
    • Tüte für Schmutzwäsche
    • Ohropax
    • *S-Haken für nasse Wäsche
    • *1 Wäscheleine
    • *Buch zum Lesen
    • 1 Pilgerführer*
      Ich habe diesen Pilgerfrüher für den Camino Portugues benutzt und kann ihn dir nur empfehlen! Alles ist wunderbar beschrieben und es sind auch immer einige Herbergen aufgelistet. Damit kann eigentlich nichts schief gehen! 🙂

     

     

     

     

     

     

     

     

    Wenn du eine Idee hast, was bei meiner Packliste fehlt, schreib es gerne in die Kommentaren um den anderen Lesern zu helfen! 🙂

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    5. PILGERAUSWEIS UND STEMPEL

    Was hat es denn eigentlich mit dem Pilgerausweis und den Stempeln auf sich?

    Der Pilgerausweis ist quasi deine “Eintrittskarte” in die Pilgerherbergen, außerdem wird hier deine Route festgehalten. In Santiago, am Ziel, kannst du dir bei 100 gelaufenen Kilometer deine Pilgerurkunde – die Compostela – abholen. Hierfür benötigst du ebenfalls deinen Pilgerausweis.

    Du kannst deinen Pilgerausweis online bestellen (zum Beispiel hier.) Du kannst ihn dir auch direkt in Porto in der Kathedrale holen. Jedoch würde ich dir raten ihn vorab zu organisieren – das ist stressfreier. 🙂

    Deinen ersten Stempel bekommst du in Porto in der Kathedrale. Ansonsten bekommst du in jeder Pilgerherberge einen Stempel. Inzwischen haben eigentlich auch alle Hostels und andere Unterkünfte eigene Stempel. Auf deinem Weg kannst du dir in den meisten Kirchen und Kapellen ebenfalls einen holen. Außerdem hat wirklich jedes Café auf dem Weg einen Stempel. Stempel gibt es also wirklich mehr als genug. 😀 Man muss am Ende eher aufpassen nicht zu viele zu sammeln, damit der letzte Stempel in Santiago (oder Finisterre) auch noch einen Platz findet.

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    6. Etappen – von Porto nach Santiago

    In meinen Augen macht es keinen Sinn großartig zu planen. Ich hatte in Deutschland beschlossen den Küstenweg bis nach Spanien zu laufen. Vor Ort habe ich mich bereits nach einem Tag umentschieden und habe den 12 Tage Plan (siehe unten) aufgestellt. Naja, am Ende bin ich ihn dann doch nicht gelaufen. Also mache KEINEN PLAN. Du kannst dich ein bisschen über die möglichen Etappen informieren, diese stehen aber auch alle ausführlich im Reiseführer. Ich bzw. wir haben uns immer einen Abend vorher entschieden bis wohin wir laufen und meistens sind wir dann trotzdem noch weiter gelaufen. Also lasse es einfach auf dich zukommen! 🙂

    Meine gelaufenen Etappen – 11 Tage

    TageEtappeKilometerzahl
    + TagAnreise nach Porto
    1Porto - Lavra (Küstenweg)23
    2Lavra - Rates (Küstenweg)23
    3Rates - Portela de Tamel25
    4Portela de Tamel - Ponte de Lima24
    5Ponte de Lima - Rubiães20
    6Rubiães - Tui (Portugal nach Spanien)19
    7Tui - Mos20
    8Mos - Pontevedra24
    9Pontevedra - Caldas de Reis22
    10Caldas de Reis - Padron22
    11Padron - Santiago24
    + TageSantiago, Fisterra, Abreise

    Porto

    Wenn du Zeit hast solltest du dir auf jeden Fall 1-2 Tage für Porto nehmen. Eine wunderschöne Stadt direkt am Fluss. Ich hatte dort leider nur einen halben Tag und konnte somit nur wenig sehen. Ich hatte trotzdem einen durchweg positiven Eindruck von Porto und hätte es gerne mehr erkundigt.

    Porto – Lavra, Küstenweg (ca. 23 Kilometer)

    Der offizielle Startpunkt des Camino Portgues beginnt in Porto an der Kathedrale, dort bekommst du auch deinen ersten Stempel. Hier musst du bereits deine erste Entscheidung treffen. Am Meer oder durchs Landesinnere? Ich empfehle dir, die ersten 1,5 Tage am Meer entlang zu laufen! Eine wunderschöne Strecke.

    Der Weg von Porto nach Lavra ist aber wirklich miserabel ausgeschildert (zum Glück als einzige Etappe)! Dennoch kannst du dich eigentlich nicht verlaufen. Einfach immer am Fluss und später am Meer entlang. Geradeaus, immer geradeaus.

    Auf dieser Strecke hatte ich dann gleich mein erstes Problem. Ich wusste 1. nicht wann ich überhaupt in Lavra bin und 2. wo sich die Unterkunft befindet. Wie gesagt, es war wirklich miserabel ausgeschildert! Aber mit Reiseführer und Google Maps hat es dann doch geklappt.

    In Lavra habe ich auf dem Campingplatz Orbitur übernachtet. Als Pilger bekommt man hier einen kleinen Bungalow. Einen sehr kleinen Bungalow. Ich würde es eher als Container mit Bett bezeichnen. Zu dritt haben wir 7 Euro pro Person/Nacht gezahlt. Direkt daneben gibt es einen kleinen Supermarkt, in dem du dich mit Essen und Trinken eindecken kannst. Der Campingplatz selbst bietet aber auch ein Pilgermenü an. Das war jetzt nicht unbedingt meine Lieblingsunterkunft, aber ausreichend!

    Lavra – Rates, Küstenweg + Landesinnere (ca. 23 Kilometer)

    Von Lavra nach Rates ging es erst Mal an der Küste weiter. Hier ist die Strecke auch schon wesentlich besser ausgeschildert und du kannst problemlos den gelben Pfeilen folgen. Nach ca. 10 Kilometer kommst du nach Vila do Conde. Eine wirklich wunderschöne Stadt! Hier gab es erst Mal eine kleine Pause.

    Nun musst du wieder eine Entscheidung treffen. Weiter an der Küste oder durchs Landesinnere? Ich empfehle dir nun den Weg durchs Landesinnere zu nehmen. Dieser ist allerdings mal wieder nicht ausgeschildert. Mit dem gelben Reiseführer jedoch findest du den Weg problemlos! 🙂

    Nach ein paar Kilometern kommt die nächste Entscheidung (keine Sorge, bei den anderen Etappen musst du nicht so viele Entscheidungen treffen). Du gelangst an einen Bildstock und hier gibt es nun zwei Wege – beide führen zum selben Ziel.

    Es gibt den neuen, etwas schöneren und ausgeschilderten Weg sowie die ältere Variante. Ich habe natürlich den neuen, ausgeschilderten Weg gewählt. Aber Vorsicht: Der Weg verläuft teilweise an einer sehr schmalen Hauptstraße und die Portugiesen fahren, auf gut Deutsch gesagt, wie gesengte Säue. Also wirklich gut aufpassen!

    In Rates angekommen habe ich in der öffentlichen Herberge übernachtet. Diese basiert auf Spendenbasis, im Normalfall gibt man zwischen 5-10 Euro. Direkt gegenüber gibt es ein kleines Restaurant sowie einen kleinen Supermarkt. Die Herberge selbst ist auch super gemütlich.

    Wir wurden mit Bier in der Herberge empfangen

    Rates – Portela de Tamel (ca. 25 Kilometer)

    Von Rates geht es weiter nach Portela de Tamel. Nach ca. 15 Kilometer gab es eine größere Pause in Barcelos. Viele Pilger bleiben auch in dieser kleinen schönen Stadt, da es wirklich viel zu sehen gibt und einen Tag definitiv wert ist! Mir war die Strecke jedoch zu kurz und daher ging es weiter nach Portela de Tamel.

    Die Strecke nach Portela de Tamel empfand ich als extrem anstrengend. Die Sonne hat geknallt, kein Schatten und es ging hauptsächlich Berg auf. Immer hoch, hoch und weiter hoch. Wie gesagt, in der brennenden Sonne. Von weitem konnte ich sogar einen Waldbrand sehen!

    Nach dem letzten großen Berg kommt dann endlich die öffentliche Herberge. Sie befindet sich ganz oben (du musst so oder so nach oben laufen) und ist wirklich schön gemacht. Ansonsten gibt es nicht wirklich viel dort oben. Gegenüber der Herberge gibt es ein Restaurant. Die Herberge selbst bietet eine große Küche und ein paar Lebensmittel + Getränke zum Einkaufen. Draußen gibt es eine Liegewiese auf der man den Abend ausklingen lassen kann. Hier habe ich 5 Euro pro Nacht gezahlt.

    Ich persönlich muss ja sagen, dass mir die ruhigen kleinen Ortschaften zum Übernachten definitiv besser gefallen haben als die Städte.

    Portela de Tamel – Ponte de Lima (ca. 24 Kilometer)

    Alles was es gestern nach oben ging, geht es heute wieder nach unten. Zum Glück. Es geht nach Ponte de Lima. Eine, mal wieder, wunderschöne Stadt direkt am Fluss. Es lohnt sich definitiv hier nach dem Pilgern noch etwas rum zu schlendern und sich die Stadt anzuschauen. Lima gehört zu den ältesten Ortschaften in Portugal. An den wunderschönen Flussufern kannst du sogar baden gehen!

    In Ponte de Lima habe ich auch ENDLICH etwas gutes zum Essen bekommen. Bohnengemüse, mit Eier, Salat und Reis. OH YES. Das habe ich wirklich gebraucht.

    Ich habe hier gemeinsam mit meiner Laufbegleitung in einer Jugendherberge übernachtet. Sie befindet sich direkt am Anfang der Stadt (die öffentliche Herberge hingegen am Ende). In der Jugendherberge haben wir für ein Doppelzimmer (das muss man sich auch mal gönnen) 12 Euro pro Person gezahlt inkl. Frühstück. Für einen Aufpreis von 4 Euro bekommt man noch ein eigenes Bad sowie frische Handtücher.

    Falls du vor 16 Uhr in Ponte de Lima ankommst empfehle ich dir die Jugendherberge! Die öffentliche Herberge macht nämlich erst um 16 Uhr auf, wir waren bereits um 14 Uhr in Lima und hätten dementsprechend 2 Stunden warten müssen. Andere Pilger haben am nächsten Tag auch erzählt, dass es eine riesen Schlange vor der Herberge gab und die Waschräume nicht besonders toll waren. Also alles richtig gemacht.

    Ponte de Lima – Rubiães (ca. 20 Kilometer)

    Meine Lieblingsetappe! Der Weg von Lima nach Rubiães macht richtig Spass. Auch hier geht es wieder hoch hinaus. Jedoch über Stein-/Felsenwege durch den Wald. Ein richtiges kleines Abendteuer.

    Hier läufst du außerdem an kleinen Wasserfällen vorbei und hast ganz oben eine super Aussicht über das Tal. Wie gesagt, meine absolute Lieblingsetappe!

    Auch die öffentliche Herberge hat mir total gut gefallen. Die Waschräume waren ein bisschen Naja, aber dafür gab es eine tolle Wiese mit Liegen und ein weitere mit Stühlen und Tischen. Hier lässt sich der Tag super ausklingen. Ansonsten gibt es nicht wirklich viel in dem kleinen Ort zu sehen. Direkt gegenüber gibt es einen winzigen Supermarkt zusammen mit einem Café. Für die Herberge habe ich 5 Euro pro Nacht gezahlt.

    Rubiães – Tui, von Portugal nach Spanien (ca. 19 Kilometer)

    Heute gehts über die Grenze nach Spanien! Geplant war eigentlich nur bis Valenca zu laufen (die letzte Stadt in Portugal), aber die Strecke war mir mal wieder zu kurz. Also ging es heute kurzerhand über die Brücke nach Spanien.

    In Tui habe ich wieder in der öffentlichen Herberge übernachtet. Bis dato die schlechteste Herberge für mich. Ich habe mich hier unglaublich unwohl gefühlt. Warum auch immer. Die Waschräume waren nicht besonders sauber, es gab eine Küche, jedoch ohne Ausstattung und einen Herd gab es auch nicht. Aber naja, für eine Nacht war das schon in Ordnung. Hier habe ich wieder 6 Euro gezahlt.

    Tui selbst ist – Achtung – eine wunderschöne Stadt. Überall sind noch die Burgmauern von früher und die ganze Stadt ist in einem mittelalterlichen Stil. Wirklich toll! Sie ist direkt am Fluss gelegen und es gibt etliche Möglichkeiten schön Essen oder etwas Trinken zu gehen.

    Und Achtung: Ab jetzt heisst es Buenos Dias und nicht mehr Bom Dia! 😉

    Bild: Brücke von Portugal nach Spanien

    Tui – Mos (ca. 20 Kilometer)

    Von Tui sollte es erst nach O Porrino gehen. Jedoch war die Strecke mal wieder zu kurz und O Porrino ist eine furchtbar hässliche Stadt mit ganz viel Industriegebiet! Ich empfehle dir daher weiter nach Mos zu laufen.

    Vor O Porrino hast du zwei Möglichkeiten (beide sind markiert). Entweder du biegst vor der Stadt ab und läufst auf einem Feldweg daran vorbei oder du läufst durch die Stadt durch. Ich bin durch die Stadt durchgelaufen, da ich dort eine Pause in einem Café machen wollte. Falls du davor bereits gegessen hast, lauf nicht durch die Stadt! Muss nicht sein.

    Mos ist ein kleiner süßer (schöner) Ort. Du solltest dich hier jedoch beeilen, da es nur zwei Herbergen mit begrenzten Betten gibt. Für die öffentliche Herberge habe ich wieder 6 Euro gezahlt. Es gibt ein paar kleine Restaurants und einen Mini-Markt. Wirklich viel kann man in Mos nicht machen, aber um am Abend zu entspannen reicht es alle Mal.

    Mos – Pontevedra (ca. 24 Kilometer)

    Von Mos geht es nach Pontevedra. An diese Strecke habe ich keine guten Erinnerungen. 😀

    Hier gibt es nämlich wieder zwei Alternativen! Eine Strecke direkt am Fluss entlang und eine Strecke an der Hauptstraße. Ich habe die Abzweigung zur schönen Flussstrecke verpasst und bin gefühlte Stunden an der Hauptstraße entlang gelaufen. Spaß ist wirklich was anderes. Wir haben alle gejammert.

    Andere Pilger haben uns im Nachhinein erzählt, dass die Strecke am Fluss bis jetzt das Schönste war, das sie bis jetzt auf dem Jakobsweg gesehen hatten. Sehr gut, ich habe die Hauptstraße gesehen. Also schau, dass du die richtige Abzweigung nimmst! 😀

    Nichtsdestotrotz bin ich natürlich gut in Pontevedra angekommen (vermutlich mit etwas schlechterer Laune als die anderen). Hier habe ich wieder in der öffentlichen Herberge für 6 Euro übernachtet. Diese war eine der größten Herbergen in der ich bis jetzt war. Es gab gefühlte 50 Betten in einem Raum. Ich fande die Herberge irgendwie ungemütlich und habe mich nicht besonders wohl gefühlt. Vielleicht lag es aber auch am schlechten Wetter. Draußen regnete und gewitterte es.

    Pontevedra – Caldas de Reis (ca. 22 Kilometer)

    Besonders viel gibt es nicht zu dieser Etappe zu sagen (oder ich weiß es einfach nicht mehr), daher gehen wir einfach über zur Herberge.

    Hier haben wir wieder in der öffentlichen Herberge für 6 Euro die Nacht geschlafen. An der Herberge gibt es nicht groß etwas auszusetzen. Sie hat jedoch keinen Außenbereich. Du wirst jedoch genug Möglichkeiten in Caldas de Reis finden.

    In Caldas de Reis gibt es übrigens kleine Thermalquellen. Ein paar Meter vom Jakobsweg findest du ein Thermalbecken. Geh unbedingt dort hin! Es tut den Füßen und Beinen unglaublich gut. Das Wasser hat bestimmt 40 Grad. Natürlich kostenfrei. Das Becken erreichst du auch innerhalb von 5 Minuten von der öffentlichen Herberge.

    Caldas de Reis – Padron (ca. 22 Kilometer)

    Die Strecke von Caldas de Reis nach Padron ist ganz angenehm. Besonders viel kann ich hierzu auch gar nicht mehr sagen.

    In Padron habe ich wieder in der öffentlichen Herberge für 6 Euro übernachtet. Diese befindet sich direkt neben einer Kirche und ist eigentlich wirklich schön gemacht. Die Stadt selbst ist auch ganz süß und es gibt einige Restaurants zum Essen gehen. Die Herberge liegt auch direkt neben einem Fluss, an dem du deinen Abend ausklingen lassen kannst.

    Padron – Santiago (ca. 24 Kilometer)

    Endspurt! Die letzte Etappe nach Santiago steht an. Es gibt hier mal wieder den Original- sowie einen Alternativweg, ich habe wohl den Abzweig zum Original Weg verpasst und bin den Alternativweg gelaufen, denn plötzlich war meine Strecke wieder um 2 Kilometer länger. Also Obacht.

    Kurz vor Santiago findest du zwei Wegweiser die in zwei verschiedene Richtungen zeigen. Beide Wege führen zum Ziel. Laut einem Einheimischen ist der linke Weg etwas kürzer, aber verläuft nur an der Hauptstraße, der rechte Weg ist etwas länger verläuft dafür durch die Ortschaft. Ich habe den rechten Weg gewählt. Da kommt es jetzt ja nun wirklich auch nicht mehr drauf an! 😉

    In Santiago angekommen muss man sich erst Mal durch die Menschenmengen kämpfen. Ich habe eine leichte innerliche Aggression gespürt ( 😀 ), da ich schnurstracks zur Kathedrale wollte und all diese Menschen einfach im Weg standen.

    Am Ziel angekommen. Ich muss sagen, ich hatte irgendwie andere Gefühle erwartet. Freude, Überwältigung, Erleichterung. Irgendwie hat es sich für mich jedoch nur wie eine weitere geschaffte Etappe angefühlt, als würde es morgen einfach weiter gehen. Vielleicht konnte ich es einfach noch nicht ganz glauben, dass ich es geschafft habe.

    In Santiago bekommst du auch deine Pilgerurkunde – die Compostela. Plane hierfür ein bisschen Zeit ein. Du musst eigentlich immer 1-2 Stunden anstehen.

    Ursprünglich geplante Etappen – 12 Tage

    Hier siehst du meine ursprünglich geplanten Etappen, bei denen du nicht jeden Tag mindestens 20 Kilometer laufen musst.

    TageEtappeKilometerzahl
    + TagAnreise nach Porto
    1Porto - Lavra (Küstenweg)23
    2Lavra - Rates (Küstenweg)23
    3Rates - Portela de Tamel25
    4Portela de Tamel - Ponte de Lima24
    5Ponte de Lima - Rubiães20
    6Rubiães - Valenca16
    7Valenca - O Porrino (furchtbar hässliche Stadt!)20
    8O Porrino - Redondela15
    9Redondela - Pontevedra25
    10Pontevedra - Caldas de Reis22
    11Caldas de Reis - Padron22
    12Padron - Santiago 24
    + TageSantiago, Fisterra, Abreise

    Warum ich durchs Landesinnere und nicht den Küstenweg gelaufen bin

    Von zu Hause aus habe ich geplant den Küstenweg zu laufen. Nach 1,5 Tagen habe ich mich umentschieden und habe den Weg durchs Landesinnere gewählt. Warum? Darum:

    1. Bei dem Weg durchs Landesinnere sieht man definitiv viel mehr von den Ländern und wie die Menschen dort Leben.
    2. Hier hat man auch definitiv mehr Abwechslung (Wälder, Flüsse, Städte, winzige Dörfer, Wasserfälle, Berge, Flachland, Feldwege und leider auch Hauptstraße).
    3. Der Küstenweg ist die ersten 1,5 Tage wirklich wunderschön, soll laut anderer Pilger danach aber nicht mehr so schön werden.
    4. Ebenso haben andere Pilger, die den Küstenweg gelaufen sind, berichtet, dass man nur wenige Mitpilger trifft.

    Ich selber kann natürlich nichts zum Küstenweg sagen, da ich ihn nur die ersten 2 Tage gelaufen bin (und diese Strecke kann ich wirklich sehr empfehlen). Was ich jedoch gehört habe war weniger positiv. Aus diesem Grund entscheiden sich vermutlich auch 90% aller Pilger durchs Landesinnere zu laufen. Ich habe diese Entscheidung jedenfalls nicht bereut.

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    7. KAP FINISTERRE – DAS ENDE DER WELT

    Du solltest dir unbedingt noch ein paar Tage für Finisterre einplanen! Ein wunderwunderschöner Ort! Viele Pilger laufen dort auch hin, das sind noch mal drei bis vier Etappen. In Finisterre findest du auch den endgültig letzten Wegweiser mit 0,000 Kilometer.

    Das Kap Finisterre bildet den inoffiziellen Schlusspunkt des Jakobsweges, weiter geht es nicht mehr! Das Ende der Welt – hier finden alle Wege an ihr Ende, denn zu Fuß kommt man nicht mehr weiter.

    Wir haben uns einen Leihwagen genommen und sind mit dem Auto hingefahren. Du kommst natürlich genauso gut mit dem Bus von Santiago nach Finisterre, wenn du nicht mehr laufen möchtest.

    Was machen in Finisterre?

    Den letzten Stein findest du beim Leuchtturm. Hier gibt es auch 1-2 kleine Bars von denen du den wunderschönen Sonnenuntergang anschauen kannst. Auf jeden Fall einen Ausflug wert.

    Ansonsten gibt es noch zwei wunderschöne Strände. Ein größerer an dem unendlich viele Muscheln im Sand liegen. Und ein etwas kleinerer versteckter, mit kleinen Buchten. Der sogenannte “Hippie Beach”.

    Hier auch mein einziger Restauranttip in diesen zwei Wochen: Café Bar La Frontera. Betrieben von einer Deutschen, die ebenfalls vor ein paar Jahren den Camino gelaufen und einfach in Spanien geblieben ist! 😉 Hier kannst du unglaublich gut essen (auch vegetarisch und vegan). Probiere auf jeden Fall die gebackene Banane!

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    8. UNTERKÜNFTE

    Die drei häufigsten Fragen die mich zum Thema Unterkünfte erreicht haben:

    • Sollte man die Unterkünfte lieber im Voraus reservieren?
    • Hattest du Probleme eine freie Herberge zu finden?
    • Sind die Unterkünfte gut ausgeschildert?

    Unterkünfte im Voraus buchen?

    Ich würde dir nicht empfehlen, deine Unterkünfte im Voraus zu buchen! Im Endeffekt weiß man morgens nie wo man abends sein wird. Hast du deine Unterkünfte bereits im Voraus reserviert, wirst du dich immer an deinen Plan halten müssen und wirst somit nie spontan unterwegs sein können. (Und es kommt immer anders als geplant! 😉 )

    Die einzige Unterkunft die ich im Voraus gebucht habe war mein Hostel in Porto. Für den ersten Tag halte ich das für sinnvoll, so hast du weniger Stress und musst dich nach dem Flug nicht auch noch um ein Zimmer kümmern. Zumal es in Porto vermutlich schwerer ist kurzfristig ein Zimmer zu finden.

    Möchtest du in einer bestimmten privaten Herberge übernachten, macht es Sinn einen Tag vorher oder direkt Morgens anzurufen und dir einen Platz zu reservieren. Alles andere würde ich jedoch spontan und direkt vor Ort machen!

    Hattest du Probleme eine freie Herberge zu finden?

    Nein, damit hatte ich bzw. meine Gruppe nie ein Problem! Wir haben immer einen Platz bekommen. Jedoch muss ich dazu sagen, dass wir immer relativ früh eingetroffen sind (nie nach 16.30 Uhr) und zudem waren wir im Monat Mai unterwegs. Am Abend waren die öffentlichen Herbergen immer sehr voll. Wie sich das Ganze zur Hochsaison (Juni, Juli, August) verhält, kann ich dir daher leider nicht sagen.

    Jedoch brauchst du dir dennoch keine Sorgen machen! Es gibt schließlich immer mehr als nur eine Herberge. Die meisten Pilger steuern natürlich die öffentlichen Herbergen an, daneben gibt es aber immer noch einige private Herbergen, Hostels oder Hotels (in größeren Ortschaften).

    Sind die Unterkünfte gut ausgeschildert?

    Die öffentlichen Herbergen und auch viele private Herbergen liegen direkt auf dem Jakobsweg. Auf die privaten Herbergen und Hostels wirst du oft schon einige Kilometer im Voraus hingewiesen. Du brauchst dir also wirklich keine Sorgen machen, man läuft immer an den Herbergen vorbei. Immer nur den gelben Pfeilen nach! 😉 Ansonsten sind die Wege auch super im Reiseführer beschrieben.

    Ich bzw. wir hatten nur einmal echte Probleme die Unterkunft auf dem Küstenweg zu finden. Mit GoogleMaps haben wir dann allerdings auch das hinbekommen.

    Meine Unterkünfte 

    Ort/StadtUnterkünftPreisInfo
    PortoPorto Lounge Hostel & Guesthouse22 € pro Nacht, Bett im gemischten Schlafsaal mit 8 Betten, inkl. FrühstückSehr zu empfehlen! Zentral gelegen, super sauber und schöne Bäder. Küche zum Kochen vorhanden.
    LavraOrbitur Campingplatz7 € pro Nacht, zu dritt in einem kleinen BungalowWar okay. Als wir ankamen gab es erst Mal 2 Stunden lang kein Wasser in dem Waschräumen, kleiner Minuspunkt. Supermarkt direkt ums Eck.
    RatesÖffentliche PilgerherbergeAuf Spendenbasis, MehrbettzimmerSehr zu empfehlen! Sehr einfache Herberge, mit schönem Garten. Wir wurden sehr nett von Cristina mit einem Bierchen in Empfang genommen! 🙂 Kleiner Supermarkt und Pilger Restaurants direkt ums Eck.
    Portela de TamelÖffentliche Pilgerherberge5 € pro Nacht, MehrbettzimmerSehr zu empfehlen! Es gibt eine schöne Sitzwiese. In der Herberge kannst du dir Nahrungsmittel und Getränke kaufen. Küche zum Kochen vorhanden.
    Ponte de LimaJugendherberge12 € (pro Person) Doppelzimmer inkl. FrühstückSehr zu empfehlen! Für einen Aufpreis von 4 Euro gibt es ein eigenes Bad dazu. Nah zur Stadt
    RubiãesÖffentliche Pilgerherberge5 € pro Nacht, MehrbettzimmerSehr zu empfehlen! Wieso mit Liegen vorhanden. Kleiner Supermarkt/Café direkt nebenan. Küche zum Kochen vorhanden.
    TuiÖffentliche Pilgerherberge6 € pro Nacht, Mehrbettzimmer, Gemeinschaftsdusche (w/m getrennt)War okay. Für mich eine der schlechteren Herbergen. Lage ist jedoch super, mitten in der City.
    MosKleine öffentliche Herberge6 € pro Nacht, Mehrbettzimmer mit KücheZu empfehlen. Direkt neben an einige Cafés und Restaurants. Küche zum Kochen vorhanden (diese befindet sich jedoch mit im Schlafsaal)
    PontevedraÖffentliche Pilgerherberge 6 € pro Nacht, Mehrbettzimmer (das größte bis dato)War okay. Sehr viel los, viele Leute in einem Zimmer. Sehr zentral. Küche zum Kochen vorhanden.
    Calda de ReisÖffentliche Pilgerherberge6 € pro Nacht, MehrbettzimmerZu empfehlen. Kleine einfache Herberge. Direkt in der Stadt. Nah zum "Therme". Küche zum Kochen vorhanden.
    PadronÖffentliche Pilgerherberge6 € pro Nacht, MehrbettzimmerSehr zu empfehlen. Nah zur Stadt & direkt am Fluss. Küche zum Kochen vorhanden.
    SantiagoAlbergue Seminario Menor15 € pro Nacht, MehrbettzimmerZu empfehlen. Sehr große Herberge, mit sehr sehr vielen Toiletten, Duschen und Waschbecken. Zudem gibt es Einzelbetten.
    SantiagoMeiga Backpacker Hostel13 € pro Nacht, MehrbettzimmerWar okay. Küche zum Kochen vorhanden. Gemeinschaftsraum + Garten vorhanden.
    FisterraHerberge Cabo da Vila15 € pro Person in einem 5 Bett Zimmer + eigenem Bad + frische Handtücher. Die zweite Nacht hat uns 12 € pro Person gekostet.Sehr zu empfehlen. Saubere Herberge, schöne Bäder. Bei einem Aufpreis von 4 Euro gibt es Frühstück dazu.

    Weitere Infos

    Du hast eigentlich in allen Unterkünften die Möglichkeit deine Wäsche per Hand zu waschen. Manchmal gibt es auch eine Waschmaschine sowie einen Trockner die du für ein paar Euro benutzen kannst. Ebenso gibt es eigentlich immer die Möglichkeit die Wäsche aufzuhängen.

    In den öffentlichen Herbergen gibt es fast immer eine große Gemeinschaftsküche in der du kochen kannst. Oftmals ist es auch erlaubt vorhandene Lebensmittel wie Nudeln, Soßen etc. zu benutzen.

    Die Waschräume sind natürlich immer nach Geschlechtern getrennt. Meistens gibt es einzelne Duschkabinen, aber nicht immer. Die Waschräume waren mal mehr, mal weniger gut. In einigen Herbergen gab es einfach nur ein Waschbecken und zwei Toiletten für 30 Menschen. Aber das funktioniert auch alles irgendwie! 😉

    Wie bereits erwähnt brauchst du unbedingt einen Schlafsack, da es in den seltensten Fällen Bettzeug gibt. Ein Kissen ist meistens vorhanden. In den meisten Herbergen gibt es einfach nur ein “Plastikbett” (aufgrund von Bettwanzen), du bekommst oft eine Decke oder einmal Bettbezüge. Ich glaube in 1-2 Herbergen haben wir gar nichts bekommen und mussten so eingemurmelt im Schlafsack schlafen (normalerweise habe ich ihn nur als Decke benutzt). Ansonsten bleibt man nämlich an der Plastikmatratze kleben.

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    9. AUSGABEN

    Hier eine kurze Auflistung meiner gesamten Ausgaben für 16 Tage und 15 Nächte Jakobsweg! Natürlich geht das ganze noch wesentlich günstiger, wenn du deine Flüge rechtzeitig buchst. Ich habe meine Flüge leider relativ kurzfristig gebucht, dementsprechend hoch waren die Preise.

    Flüge: 369 €

    Unterkünfte: 149 € für 15 Nächte inkl. 3 x Frühstück

    Verpflegung + Souvenirs + sehr viel Alkohol: 200 €

    Transfer Flughafen + Leihwagen nach Finisterre: 30 €
    Die Metro vom Flughafen nach Porto Kostet ca. 3 €
    Der Bus von Santiago zum Flughafen Santiago kostet 3 €
    Der Leihwagen nach Finisterre hat pro Person ca. 23 € gekostet

    GESAMTE KOSTEN: 748 €

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    10. MINI-WÖRTERBUCH

    Ich habe für dich ein kleines Wörterbuch zusammengestellt. Natürlich sprechen die meisten Mitarbeiter in den Herbergen Englisch. Jedoch finde ich es immer vorteilhaft, wenn man selbst ein bisschen die Sprache des Landes beherrscht, in dem man sich gerade aufhält.

    Gerade auch in kleines Cafés mitten auf dem Land ist es praktisch, wenn du dir auf portugiesisch/spanisch etwas zum Essen und Trinken bestellen kannst. Die Einheimischen hier sprechen oft kein Englisch. Aber keine Sorge, selbst wenn es mit dem Wörterbuch nicht klappt, kann man sich immer noch mit Händen und Füßen verständigen und bekommt immer was man möchte. Die Menschen dort sind sowieso alle ganz lieb! 🙂

    Mini-Wörtbuch kostenlos runterladen

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    11. MEINE TIPPS FÜR DICH

    • Achte immer darauf, dass du während des Laufen regelmäßig was isst, das dir schnell Energie bringt (z.B. Kohlenhydrate). Du wirst schnell merken, dass dir Energie fehlt, wenn du zu wenig isst.
    • Falls du gerne Bier trinkst: Super Bock Bier!
    • Iss unbedingt Pimientos.
    • Als Vegetarier: Im gemischten Salat ist immer Thunfisch, also am besten direkt ohne bestellen (sin tuna por favor 😉 ).
    • Schau regelmäßig in deinen Reiseführer, hier findest du oft hilfreiche Tipps (damit du nicht stundenlang an der Hauptstraße entlang läufst, so wie ich 😀 ).
    • Eincremen + Sonnenschutz für den Kopf nicht vergessen! Oftmals läuft man stundenlang in der Sonne. Da ist der Sonnenbrand quasi vorprogrammiert.
    • Unbedingt Socken ohne nähte und am besten Socken die zweilagig sind (gegen Blasen).
    • Lauf immer in deinem eigenen Tempo und lass dich nicht verunsichern, wenn du mal von älteren Leuten überholt wirst.
    • Nutze Wanderstöcke.
    • Probiere unbedingt Churros mit Schokoladenpudding.
    • Nimm Ohropax mit, es gibt immer einen der schnarcht.

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    12. EURE FRAGEN, MEINE ANTWORTEN

    Mich haben jede Menge Fragen erreicht! Alle, die ich nicht bereits im obigen Beitrag beantwortet habe, kommen daher hier 🙂

    1. Hast du negative Erfahrungen gemacht? / Gab es eine Situation in der du wirklich Angst hattest?
      Nein eigentlich nicht. Es gab einmal eine Situation, in der mir kurz das Herz in die Hose gerutscht ist, allerdings war das auch alles halb so wild. Uns ist ein Einheimischer auf dem Weg begegnen und er hat uns wirklich viel erzählt (auf portugiesisch natürlich, sodass wir nichts verstehen konnten). Ein paar Kilometer später kam uns der selbe Mann wieder auf seinem Traktor entgegen, sprang mit der einem Hammer in der Hand von ihm runter und kam ziemlich schnell auf uns zu. In diesem Moment wurde mir wirklich kurz ganz komisch. Scheinbar hat man mir das angesehen und er meinte sofort  “no no no” und machte eine entschuldigende Geste. Danach erzählt er uns irgendwas über den Hammer (was wir natürlich nicht verstehen konnten 😀 ).
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    2. Wie sicher ist der Jakobsweg? / Ist es sicher alleine als Frau unterwegs zu sein?
      Du brauchst dir absolut keine Sorgen machen! Auf dem Jakobsweg sind wahnsinnig viele Frauen (und Männer) alleine unterwegs. Zumal man häufig sowieso nicht alleine unterwegs ist oder immer andere Pilger in Sichtweite sind. Ich habe den Jakobsweg als sehr sehr sicher empfunden. Egal ob in Städten, auf dem Dorf oder im Wald – du brauchst keine Angst haben. Auch was das Thema “Diebstahl” angeht, ist der Jakobsweg mehr als sicher. In den Herbergen lässt jeder Pilger sein Handy beim Aufladen irgendwo unbewacht rumliegen, Geldbeutel liegen auf den Betten und die offenen Rucksäcke stehen sowieso überall rum. Da kommt nichts weg! 😉 Mir war zwar auch immer mulmig, wenn ich mein Handy irgendwo im Flur geladen und dann die Herberge verlassen habe, aber es war immer da, wenn ich wiedergekommen bin. Natürlich ist das jetzt keine Garantie gegen Diebstähle. Aber ich denke Menschen, die sich dazu entscheiden pilgern zu gehen, klauen nicht.
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    3. Wie ist es als junge hübsche Frau alleine unterwegs? Wurdest du oft angebaggert?
      Nein. Ich weiß jetzt nicht ob es daran lag, dass ich die ganze Zeit ziemlich abgefucked (sorry für den Ausdruck) aussah oder ob man generell nicht angegraben wird. Nein Spaß, hier brauchst du dir keine Sorgen machen! Die Leute auf dem Jakobsweg sind alle wahnsinnig lieb. Jeder konzentriert sich auf seinen Weg und nicht auf hübsche Mädels! 😉
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    4. Ist es leicht sich einer Gruppe anzuschließen oder bist du auch öfter alleine gewandert?
      Ich denke das kommt immer ganz drauf an. Mir ist es sehr leicht gefallen. Schon gleich am ersten Tag habe ich Menschen kennengelernt. Mit einer davon bin ich den kompletten Camino gelaufen. In den Herbergen haben wir noch weitere Leute kennengelernt, mit denen wir jeden Abend verbracht haben. Am Ende sind wir sogar als Gruppe gelaufen. Also ja, mir ist es sehr leicht gefallen und nein, ich war nie alleine. Aber wie gesagt, ich denke, dass kommt immer ganz auf die Menschen an die gerade laufen und natürlich auf deine Kontaktfreudigkeit.
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    5. Gibt es in allen Herbergen Duschen? Sind diese getrennt oder gemischt?
      JA, es gibt in alle Herbergen Waschräume und Duschen. Diese sind natürlich nach Geschlechtern getrennt! 🙂 In den meisten Herbergen gibt es einzelne Duschkabinen, manchmal auch Gemeinschaftsduschen.
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    6. Waren die Herbergen gepflegt?
      Hmmm ja. Mehr oder weniger. Ich war mit den meisten Herbergen wirklich zufrieden! Es gab 2-3 Herbergen bei denen ich mich in den Waschräumen absolut nicht wohl gefühlt habe, jedoch verbringt man hier ja auch nicht wirklich viel Zeit. Außerdem darfst du nicht vergessen, dass hier tagtäglich viele Menschen ein und ausgehen und daher Sauberkeit wohl nicht immer zu 100% gewährleistet werden kann. Aber keine Sorgen, es handelt sich bei keiner Herberge (in denen ich war) um vergammelte Bruchbuden. 🙂
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    7. Wie ist der Altersdurchschnitt?
      Auf dem Jakobsweg findet sich wirklich alles. Von jung über alt bis steinalt. Überwiegen liegt das Alter zwischen 30 und 60 Jahren, würde ich mal sagen. Aber keine Sorge, du wirst trotzdem jede Menge junge Leute treffen. Abgesehen davon können auch die “Alten” wirklich cool und lustig sein! 🙂
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    8. Wann ist die beste Jahreszeit um den Jakobsweg zu laufen?
      Ich fande den Monat Mai wirklich perfekt zum Laufen! Morgens und Abends wurde es ohne Sonne zwar wirklich schnell sehr kalt, aber umso angenehmer war es tagsüber! Es gab aber auch Tage an denen die Sonne geknallt hat, kein Lüftchen ging und es sich schnell wie 40 Grad anfühlte. Dadurch wurde das Laufen gleich noch viel anstrengender und ich war wirklich wahnsinnig froh, dass ich den Jakobsweg nicht zur Hochsaison Juni/Juli/August laufe. Das muss die reinste Saunawanderung sein. Ich hatte zudem das Glück, dass es nur einen Tag kurz geregnet hat. Die Wochen davor und danach sahen nämlich auch viel regnerischer aus.
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    9. Kann man den Jakobsweg auch als unsportlicher Mensch und ohne Vorbereitung laufen?
      YES. Ich denke zwar, dass es vorteilhaft ist, wenn man für dem Camino schon ein paar mal gewandert ist, einfach damit man weiß, worauf man sich einlässt. Jedoch gab es wirklich viele Menschen die untrainiert losgelaufen sind, die sehr alt waren oder auch sehr korpulent. Es kann jeder schaffen, man muss es nur wollen! 🙂 Zumal der Camino Portugues ab Porto gerade Anfängern empfohlen wird!
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    10. Wie sieht es mit vegetarischer / veganer Ernährung auf dem Camino aus?
      Also ich muss sagen, mit gesunder Ernährung ist es auf dem Camino gar nicht mal so einfach. Vegetarische Ernährung lässt sich dennoch einfach umsetzen. Vegan wird schon etwas schwieriger, aber ebenso möglich! Sobald du die Möglichkeit hast, in einem Supermarkt einkaufen zu gehen, hast du ja eh freie Wahl. Obwohl ich sagen muss, dass z.B. die Auswahl an Gemüse und Obst in den kleinen Läden wirklich miserabel war. Die Auswahl in den Restaurants war auch nur semi optimal. Es gibt meistens nur Fast Food – Pommes mit Omlette, Reis mit Ketchup und Spiegelei. In den größeren Ortschaften/Städten gibt es auch einige tolle Restaurants bei denen man auch gesünderes Essen bekommt. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen, habe ich mich diese zwei Wochen nur von Blödsinn ernährt. Aber man überlebt es! 😉
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    11. Gibt es Frühstück in den Herbergen?
      Nein, es gibt kein Frühstück in den Herbergen, zumindest nicht in den Pilgerherben. Dafür bist du selbst verantwortlich. Entweder du kaufst dir am Vorabend etwas im Supermarkt oder du gehst unterwegs in einem Café frühstücken. Normalerweise kommt in den ersten 5 Kilometern immer eine Möglichkeit.
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    12. Hast du unterwegs etwas gegessen?
      NATÜRLICH. Ohne Essen schafft es kein Körper tagtäglich 20 Kilometer (also etwa 8-10 Stunden) zu wandern. Du wirst auch merken, wenn du längere Zeit nichts isst, deine Laune schlechter und dein Körper schwacher wird. Nimmst du dann wieder etwas zu dir sprühst du gerade zu vor Energie.
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    13. Hat es zum Abendessen immer etwas vegetarisches?
      Da du für dein Essen selbstverantwortlich bist, kannst du dir natürlich auch etwas vegetarisches bestellen/kaufen/kochen. Siehe Punkt 10. 🙂
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    14. Wie viel Geld hattest du dabei und bist du damit ausgekommen?
      Ich hatte 100 Euro Bar Geld dabei. Natürlich ist das nicht ausreichend, aber in den größeren Städten gibt es Bankautomaten. Dennoch würde ich dir empfehlen von Anfang an mehr Bar Geld mitzunehmen. Landest du nämlich mal eine Nacht in einem kleineren Ort sieht es mit Bankautomaten ziemlich schlecht aus. Meine gesamten Ausgaben findest du weiter oben!
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    15. Wieso sind es bei dir Turnschuhe und keine Wanderschuhe geworden?
      Ehrlich gesagt habe ich noch nie Wanderschuhe besessen. Ich trage seit ich denken kann meine Turnschuhe zum Wandern und habe noch nie nur eine Blase bekommen! Selbst bei meiner weitesten Strecke (50 Kilometer am Tag – nein, nicht auf dem Camino) haben sie super durchgehalten. Daher kam es für mich gar nicht in Frage nach Wanderschuhen zu suchen. Zumal Wanderschuhe oft ziemlich schwer sind und meine Begleiter sich des Öfteren darüber beschwert haben, dass sie sich wie “Glötze an den Beinen” anfühlen. Meine Schuhe hingegen waren super leicht. Vermutlich sind sie nicht die optimalsten Schuhe zum Wandern, meine Fußsohlen haben immer sehr schnell gebrannt (allerdings haben sie das irgendwann bei allen). Ich würde es also genau so noch mal machen.
      Jedoch ist das natürlich bei jedem anders. Die richtigen Schuhe sind das A und O! Daher solltest du dich unbedingt gut beraten lassen und deine Schuhe vorher richtig einlaufen. Blasen sind das größte Übel.
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    16. Wie macht man das unterwegs mit de Klo? Pinkeln alle wild in die Natur? (Meine Favoriten Fragen) 
      Mach dir mal keine Sorgen, der Camino befindet sich nicht mitten im Urwald, du bleibst durchaus in der Zivilisation! Du wirst immer wieder an kleinen Cafés und Restaurants vorbeilaufen, bei denen du die Möglichkeit hast die Toilette zu benutzen. Es kann natürlich auch vorkommen, dass du mal mehrere Stunden durch die Natur läufst und dann eben doch wild in die Natur pinkeln musst. Daher einfach immer Taschentücher und Desinfektionsmittel griffbereit haben.
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    17. Hattest du deinen Rückflug bereits im Voraus gebucht oder spontan?
      Ich habe meinen Rückflug spontan gebucht. Ungefähr nach der Hälfte des Jakobswegs. Ich hätte ihn gerne noch viel spontaner gebucht, am besten ein Tag davor, damit ich keinen festen Zeitplan habe. Jedoch wird so ein Flug ja leider sehr schnell sehr teuer.
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    18. Sind Wanderstöcke sinnvoll?
      Auf jeden Fall! Ich bin vor dem Camino noch nie mit Wanderstöcken gelaufen und habe sie die ersten zwei Tage auch nur sinnlos in meinem Rucksack mitgetragen. Irgendwann habe ich sie mal ausprobiert und wollte danach nicht mehr ohne laufen! Die Wanderstöcke machen es in der Tat etwas leichter und angenehmer.
      danach
    19. Hast du viele Deutsche getroffen?
      Wie heißt es so schön? Die Deutschen sind überall! Und ja, sie sind auch überall auf dem Camino. Man trifft also überwiegend Deutsche. Einmal hat uns ein Australier gefragt, ob wir denn überhaupt noch Menschen in unserem Land haben oder hab sie gerade alle auf dem Jakobsweg sind. 😀
      danach
    20. Würdest du es wiedermachen?
      JA, einfach JA! Ich werde es definitiv wieder machen.

    Falls du noch Fragen oder weitere Tipps hast, dann lass diese gerne in den Kommentaren da! 🙂

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    8 Kommentare

    1. Kathi
      Juni 9, 2018 / 9:17 am

      Liebe Marie,

      vielen Dank für deinen tollen ausführlichen Beitrag! Ich werde den Jakobsweg in 3 Wochen laufen und bin schon total gespannt! Ich freue mich über deinen persönlichen Bericht. 🙂

      Liebe Grüße
      Kathi

      • Juni 10, 2018 / 7:38 am

        Hallo liebe Kathi,

        ich wünsche dir eine tolle Zeit auf dem Jakobsweg! Das wird super 🙂

        Liebe Grüße

    2. Ronny
      Juni 9, 2018 / 10:46 am

      Ein sehr schöner Beitrag, der meine Vorfreude auf den Camino Francés in ein paar Tagen nur steigen lässt! Dankeschön ❤️

      • Juni 10, 2018 / 7:39 am

        Liebe Ronny,

        den Camino Francés möchte ich auch noch unbedingt laufen! Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit, das wird eine super Erfahrung werden ❤️

        Liebe Grüße

    3. Patrick
      Juni 12, 2018 / 6:19 am

      Sehr schön. Ich denke gerade, dass du manchmal Wege gelaufen bist die dir nicht so gefallen haben, hast du trotzdem was mitgenommen und weißt für nächstes Mal, dass du lieber eine andere Route läufst. Dass du dich am Ziel normal gefühlt hast, fand ich interessant. Ich denke, es zeigt dir, dass jeder Ort, jeder Tag, jeder Schritt und jede Sekunde einfach wundervoll und kostbar ist. Es ist alles gleich viel Wert und das kann man meines Erachtens auch auf das gesamte Leben übertragen. Man soll sich nicht auf einen bestimmten Moment freuen, sondern sich freuen, jeden Moment nutzen zu können.

      • Juni 22, 2018 / 8:28 am

        Da hast du Recht Patrick! Ein nächstes Mal wird es allerdings nicht geben, zumindest nicht auf diesem Jakobsweg. Danke für deinen Kommentar 🙂

    4. Maren
      Juni 19, 2018 / 5:16 am

      Danke Marie, für deinen tollen Beitrag!
      Ich habe auch noch feste vor den Jakobsweg zu laufen und hab durch deine Erfahrungen nur noch mehr Lust bekommen!
      Vielen Dank dafür

      Liebe Grüße, Maren

      • Juni 21, 2018 / 6:19 am

        Hallöchen liebe Maren,

        ich kann es dir nur empfehlen, es wird eine super Zeit und Erfahrung werden! 🙂

        Liebe Grüße

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