Ich bin dann mal weg – Jakobsweg ich komme

Mitte Mai ist es soweit, ich laufe den Jakobsweg – zumindest einen Teil von ihm. Ich bin super aufgeregt und kann es kaum erwarten, es soll endlich losgehen!

Der Plan zu pilgern steht ja schon lange auf meiner Liste und jetzt setze ich es endlich in die Tat um. Ich freue mich wirklich wie ein kleines Kind und bin ganz aufgeregt, wenn ich daran denke.

Vorab, das wird kein informeller Beitrag! Alle Infos zur Vorbereitung, der richtigen Ausstattung, den Unterkünften, der Planung, meinem Budget und so weiter und so fort kommen in einem extra Beitrag! 🙂

WELCHEN JAKOBSWEG ICH LAUFE – DIE ROUTE

Ich werde den “Camino Portugues”, den portugiesischen Jakobsweg, laufen. 250 Kilometer durch Portugal und Spanien. Ich starte in Porto und pilgere bis zum Ziel: Santiago de Compostela.

Dieser Jakobsweg soll ideal für Neulinge sein. Keine besonders anstrengende Wegstrecke, viele tolle Ortschaften und Sehenswürdigkeiten und das alles in 2 Wochen machbar. Also quasi eine Route zum “Schnuppern” und kennenlernen. Ich denke, dass diese 2 Wochen schon eine kleine Herausforderung für mich werden, daher wollte ich es nicht gleich übertreiben und habe mir eine relativ kurze Strecke rausgesucht. Falls ich auf den Geschmack komme, kann ich mich ja immer noch einer langen Route stellen.

Angepeilt sind, wie gesagt, 14 Tage. Zwei Tage davon An- und Abreise, 12 Tage werde ich pilgern. 12 Tage alleine durch die Weltgeschichte laufen.

Über die genaue Route, die Etappen und meine Unterkünfte werde ich dir natürlich alles nach meiner Pilgerreise berichten! Ich habe die Route bzw. die Etappen grob geplant, aber am Ende kommt es ja sowieso immer anders als man es sich vorgenommen hat. 🙂

WARUM ICH DEN JAKOBSWEG LAUFEN WILL

Ich glaube der ursprüngliche Sinn einer Pilgerreise ist den Weg zu Gott zu finden (korrigier mich, falls ich falsch liege). Dieser Grund gehört nicht zu meinen Motiven. Falls mir Gott begegnen sollte und ich zum christlichen Glauben finde, dann ist das wirklich super und ich werde mich nicht dagegen wehren, jedoch bin ich eigentlich mehr so Team “ich glaube was ich sehe (und fühle)”! Und Gott konnte ich bis jetzt noch nicht wirklich richtig fühlen.

Dafür habe ich einige andere Motive wieso ich pilgern möchte:

  • Ich will zu mir selbst und meiner innerlichen Ruhe finden – Was genau ich mir davon erwarte, weiß ich sogar selber nicht. Momentan fühle ich mich ein bisschen verloren und weiß nicht so recht, wo mein Platz in dieser Welt ist. Ich weiß, man ist für alles selbst verantwortlich und muss sich sein Leben so gestalten wie man es haben möchte. Aber das ist eben der Punkt. Ich weiß nicht wie ich mein Leben haben will. Ob ich das durchs Pilgern rausfinde, steht natürlich auch in den Sternen. Ich gehe nicht davon aus, dass ich 12 Tage durch die Weltgeschichte laufe und mir plötzlich ein Licht aufgeht. Naja, vielleicht doch. Wir werden sehen. Es reicht mir auch einfach, wenn ich 12 Tage abschalten kann. Mit mir alleine bin und einfach meine Ruhe habe, weg von dieser innerlichen Unruhe.
    ki
  • Ich möchte mich einer neuen, körperlichen als auch psychischen Herausforderung stellen – Ich gehe gerne an meine Grenzen, naja manchmal. Nur so kann man an sich selbst wachsen oder? Vermutlich wird das Pilgern wird für mich eher eine psychische Herausforderung. Ich, ganz alleine, irgendwo in Portugal/Spanien. Aber diese Erfahrung möchte ich einfach unbedingt machen! Ich will wissen ob mir der Gedanke kommt aufzugeben oder ob es das reinste Kinderspiel für mich wird. Ob ich ganz alleine in der Weltgeschichte klar komme oder ob ich verzweifle. Ich will wissen ob ich 14 Tage alleine sein kann oder ob ich einsam sein werde.
    kj
    Zumal ich zuvor auch noch nie 12 Tage am Stück wandern war. Also wird das wohl auch eine ganz schöne Herausforderung für meinen Körper. Auch, wenn ich durch den Mammutmarsch bzw. das Mammutmarschtraining ja bereits weiß, wie sich 25km wandern anfühlen.
    hallo
  • Ich will zum ersten Mal alleine Reisen (und natürlich die Welt erkunden) – Ich war zuvor noch nie alleine reisen. Ich habe es schon ewig vor, habe mich aber nie getraut. Eigentlich total bescheuert! Und deswegen mache ich das jetzt einfach. Fertig aus. Da wurde jetzt gar nicht lange drüber nachgedacht. Wovor sollte ich denn Angst haben? Ich bin eine erwachsene Frau die auch in Deutschland super alleine zu recht kommt (ja gut, manchmal brauch ich Mama, aber nur manchmal). Wieso habe ich dann Angst davor alleine zu verreisen?
    kill 
  • Neue Menschen kennenlernen – Ich bin mit Sicherheit nicht alleine auf dem Jakobsweg unterwegs, dort sollen vor allem viele Deutsche sein. Ich weiß noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Auf jeden Fall freue ich mich irgendwie auch darauf, andere Pilger kennenzulernen. Und das Wissen gibt mir auch ein bisschen das Gefühl von Sicherheit. Neue Menschen, neue Weltansichten, andere Einstellungen – auch eine Sache, die einen selbst wachsen und Neues dazu lernen lässt.

MEINE ÄNGSTE UND BEDENKEN

Ja, ich muss zugeben, ich bekomme schon ein paar Schweißausbrüche bei dem Gedanken ganz alleine in einem fremden Land und vollkommen auf mich selbst gestellt zu sein. Auch, wenn ich weiß, dass das absolut bescheuert ist. Ich kann das. Trotzdem kommen mir immer wieder ein paar Gedanken bei denen mir nicht ganz wohl ist.

  • Alleine reisen – Wie bereits gerade angesprochen. Ich war noch nie alleine reisen. Und es macht mir ein bisschen Angst bzw. es macht mich nervös. Was mache ich, wenn ich nicht zurecht komme? Wenn ich mich nicht verständigen kann? Wenn ich keine Unterkunft finde? Oder was mache ich, wenn ich mich verlaufe? Hilfe. Aber das wird schon, was soll schon groß schief gehen. Zur Not setze ich mich ins nächste Taxi, fahr zum Flughafen und fliege einfach wieder nach Hause. Dieser Notfallplan klappt wohl immer und überall.
    danach
  • Verständigungsprobleme – Leider ist mein Englisch nicht unbedingt das Beste. Bis jetzt hatte ich immer und überall jemanden dabei, der das Englischsprechen übernommen hat. Aber, wenn man es nicht selber macht, kann es ja nicht besser werden. Natürlich kann ich mich verständigen, Essen bestellen, im Hotel einchecken und dem Taxifahrer sagen wo er hinfahren soll. Aber ich kann keine tiefsinnigen Gespräche führen – zumindest glaube ich das. Oftmals verstehe ich auch wichtige Dinge nicht, z.B. als wir auf Bali unser Visum verlängert haben, wäre ich ohne Tamara wohl aufgeschmissen gewesen – zumindest glaube ich das. Es macht mir Angst, in ein Land zu gehen in dem die Einheimischen kein Deutsch sprechen. Aber hey, das sollte wohl das kleinste Problem sein oder?
    danach
  • Den Weg nicht finden – Im Ernst jetzt mal, was mache ich, wenn ich mich verlaufe oder den Weg nicht finde und irgendwo alleine in der Pampa bin? Auch, wenn ich nicht glaube, dass es dazu kommt, da der portugiesische Jakobsweg immer in der Nähen von Dörfern verläuft. Trotzdem habe ich irgendwie Angst, den Weg nicht zu finden. Ich habe natürlich einen Reiseführer und die Wege sind ausgeschildert, aber man weiß ja nie.
    danach
  • Aufzugeben – Ich habe auch ein bisschen Angst davor, frühzeitig auszugeben und nicht bis ins Ziel zu laufen. Eigentlich egal, immerhin ist das auch eine Erfahrung oder? Aber irgendwie hat man doch den Druck es zu schaffen, wenn man sowas öffentlich macht. Obwohl das totaler Schwachsinn ist. Immerhin mache ich das für mich. Nicht für meinen Blog und nicht für Instagram. Also, wenn ich aufgebe – so what? Dann weiß ich eben, dass ich nicht dafür gemacht bin 12 Tage in der Weltgeschichte rumzuirren.

WIE FUNKTIONIERT PILGERN EIGENTLICH?

Wie bereits 100 mal erwähnt, kommen alle Infos gaaaaanz zum Schluss, wenn ich selber alles ganz genau weiß und es erlebt habe! 🙂 Daher nur ganz kurz, damit du ungefähr weißt, wie solch eine Pilgerreise abläuft.

Das Ziel des Jakobswegs, egal welchen man pilgert – es gibt etliche, ist immer Santiago de Compostela in Spanien. Hier kann man sich im Pilgerbüro seine Pilgerurkunde abholen. Diese bekommt man allerdings nur, wenn man mindestens 100 Kilometer gelaufen oder mit dem Fahrrad 200 Kilometer gefahren ist.

Als Nachweis hierfür besorgt man sich vorab einen Pilgerausweis. Dieser ist unter anderem die Eintrittskarte für sämtliche Pilgerherbergen! In jeder Unterkunft bekommt man einen Stempel inkl. Datum in seinen Pilgerausweis. Sodass schon alleine der vollgestempelte Pilgerausweis eine Wahnsinns Erinnerung ist! Weitere Stempel bekommt man bspw. in Kirchen. Soweit ich weiß, muss man, wenn man die letzten 100-200 Kilometer pilgert – also so wie ich das mache – zwei Stempel am Tag sammeln, um am Ende seine Urkunde zu bekommen. Das sollte jedoch kein Problem sein. Zumal man sich eh die Frage stellen sollte, ob man für die Urkunde pilgert oder für sich selbst. 😉

DEINE FRAGEN UND/ODER TIPPS

Stell mir in den Kommentaren gerne alle Fragen die du in meinem Erfahrungsbericht bzw. Informationsbericht wissen möchtet! Egal ob Budget, Unterkünfte, dies das – ich will nur nichts vergessen 🙂

Oder bist du schon mal gepilgert und hast Tipps für mich? Vielleicht sogar auch den portugiesischen Jakobsweg? Das wäre suuuuper. Erzähl mir einfach alles, verlink mir deinen Blog, ganz egal! 🙂 Ich bin über jeden Tipp dankbar! Und deine Erfahrungen interessieren mich brennend.

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6 Kommentare

  1. Saskia
    April 11, 2018 / 2:16 pm

    Hey 🙂
    Ich bin sonst eine stille Instagram- Followerin von dir, schaue mir gern deine Stories und Bilder an. Mit diesem Thema hast du mich dazu gebracht zu kommentieren.

    Ich bin selbst schon gepilgert, nicht in Spanien oder Portugal, sondern in Deutschland. Viele vergessen oder wissen gar nicht, dass wir auch hier eine Menge sehr schöner Pilgerwege haben, die aber zugegeben mal besser und mal schlechter “ausgestattet” sind, was Pilgerherbergen angeht.
    Ich bin mit einer sehr guten Freundin die “Via Baltica” gelaufen. 2016 sind wir von Rostock nach Lübeck gelaufen- über 170 Kilometer in ca. einer Woche und 2017 weiter von Lübeck nach Bremen in 11 Tagen (glaube ich) ca. 200 Kilometer. Genau habe ich es nicht mehr im Kopf. Außerdem bin ich im Rahmen eines Seminar zwei Teilstrecken des Pilgerwegs von Berlin nach Bad Wilsnack gepilgert.

    Für mich war das eine super Erfahrung, es hat uns körperlich an unsere Grenzen gebracht. Ich hatte allerdings Glück- mir ging es körperlich ziemlich gut. Ich hatte weder Blasen an den Füßen (sehr gute Wanderschuhe sind mein Tipp Nr.1), noch Rückenschmerzen (Tipp Nr.2- aufpassen beim Gewicht des Rucksacks).
    Wir haben beispielsweise unsere Routen schon vorab geplant und sind jeden Tag eine festgelegte Etappe gelaufen, so konnten wir die Unterkünfte schon vorab fest machen. Es könnte aber sein, dass das in Portugal/Spanien nicht üblich ist.

    Wir haben viel geredet, aber auch viel geschwiegen und ich finde schon, dass man sich besser kennenlernt. Wir haben über sehr tiefgehende Themen gesprochen (kennen uns aber auch schon gut) und dabei viel über uns und unsere Freundschaft gelernt. Ich bin sonst ein Mensch, der nur schwierig von der Arbeit abschalten kann und die ersten Tage der Pilgerreisen hatte ich auch noch alles mögliche im Kopf. Was muss ich machen, wenn ich wieder da bin, was habe ich nicht geschaft vor der Pilgerreise und mehr. Aber nach ein paar Tagen war das weg, denn der Tagesrhythmus wird so simpel. Ganz grob gesagt: aufstehen, essen, einpacken, laufen, ankommen, Sachen waschen, evtl. etwas anschauen, essen, schlafen.

    Zwei Tipps habe ich ja schon geschrieben:
    Gute Wanderschuhe und mit dem Rucksackgewicht aufpassen. Wir hatten trotzdem immer zu viel mit, nicht zu viel Gewicht, sondern einfach Sachen, die man nicht gebraucht hätte. Beispielsweise sicherheitshalber noch ein Top, was wir dann gar nicht gebraucht haben. Wir hatten immer eine Wäscheleine und Klammern dabei, um unsere Sachen in den Unterkünften gut aufzuhängen. Aber die Art der Unterkünfte ist wahrscheinlich auf deinem Pilgerweg anders, daher weiß ich gar nicht, ob das so gut funktioniert. Was ich geliebt habe während der Reise, sind Handtücher, die sich “winzig” klein falten lassen und super schnell trocknen. (https://www.globetrotter.de/handtuecher-zubehoer/) Es fühlt sich zwar an wie mit Leder abtrocknen, ist aber super praktisch im Transport.
    Wenn du Interesse hast, schicke ich dir gern mal meine “Packliste”.

    Ich habe vor der ersten Pilgerreise bei Youtube diesen Kanal gern geschaut: https://www.youtube.com/channel/UCR2x6etj9v5mQI_s0JCB2qg

    Liebe Grüße,
    Saskia

    • April 11, 2018 / 3:08 pm

      Hallöchen liebe Saskia,

      vielen vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht!! 🙂
      Falls ich auf den Geschmack komme, werde ich auf jeden Fall auch durch Deutschland pilgern! Ich bin mir sicher, dass das auch ganz schöne Routen sind. Aber irgendwie zieht es mich gerade halt doch ins Ausland (obwohl ich in Deutschland immerhin nicht diese Verständigungsprobleme hätte 😀 ).

      Und danke für deine Tipps! Die Schuhe & der Rucksack sind das A und O, das stimmt! Hier weiß ich zum Glück durch den Mammutmarsch welche Schuhe und welchen Rucksack ich nutzen werde. Das mit den Handtüchern klingt auf jeden Fall super, das kommt direkt auf meine Packliste!

      Falls du Lust und Zeit hast darfst du mir liebend gerne deine Packliste zukommen lassen, aber nur, wenn es dir keine Umstände macht! ❤︎

      Liebe Grüße
      Marie

  2. Patrick
    April 11, 2018 / 5:41 pm

    Finde das mega was du machst. Als Tipp weiß ich nur von einer Arbeistkollegin, dass man aufjedenfall Deo dabei haben sollte . Ich glaube du musst keine Angst haben, denn du lebst dein Leben und wenn du alleine bist, reagiert dein Körper anders. Ich denke du gehst wachsamer durch die Welt und kennenlernen wirst dich bestimmt auch. Vielleicht wirst du sogar merken, dass du dich schon kennengelernt hast….ich freue mich auf den Bericht und wünsche dir viel Spaß.

    • April 12, 2018 / 7:36 am

      Danke Patrick! 🙂
      (Deo finde ich irgendwie selbstverständlich 😛 )

  3. Claudi
    April 11, 2018 / 7:39 pm

    Ich will auch unbedingt bald pilgern gehen und bin schon ganz gespannt was du alles berichten wirst! ☺ Deine Bedenken kann ich nachvollziehen, das macht mir auch ein bisschen Angst, aber das wird sicherlich super.

    Liebe Grüße
    Claudi

    • April 12, 2018 / 7:36 am

      Hello Claudi ❤︎
      vielen Dank, ich bin selber ganz gespannt! 🙂

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