Mehrtagestouren – 13 Tipps für Wanderanfänger

PacklisteHier findest du meine 13 Tipps für Mehrtagestouren. 🙂

Für mich gibt es inzwischen kaum noch etwas schöneres als Wandern. Am liebsten nicht nur einen oder zwei Tage, sondern eine ganze Woche oder länger. Es gibt mir so viel, man ist die ganze Zeit von wunderschönen Landschaften, toller Luft und Ruhe umgeben. Da aber bekanntlich aller Anfang schwer ist, habe ich dir hier meine Tipps für Anfänger aufgeschrieben. 🙂

Falls du noch weitere Tipps oder Fragen hast, die ich in meinem Beitrag nicht aufgegriffen habe, kannst du sie mir gerne in den Kommentaren hinterlassen! 🙂

1. Langsam anfangen, langsam steigern

Unter- statt überschätze dich lieber für den Anfang! Mehrtägige Wanderungen mit mehr Gewicht auf dem Rücken sind nicht zu unterschätzen und auch etwas ganz anderes wie eine 1 Tages Wanderrung mit einem kleinen Tagesrucksack.

Daher, geh es langsam an! 🙂 Suche dir für den Anfang eine Wanderroute die nicht so viele Höhenmeter beinhaltet und die einzelnen Etappen nicht länger als 4-6 Stunden dauern. Achte darauf, dass du dich die ersten beiden Tage nicht gleich komplett verausgabst, sondern es langsam angehst! Das ist zwar nicht immer einfach, da man gerade zu Beginn noch frisch und ausgeruht ist, aber du brauchst deine Kraft immerhin die komplette Zeit über.

Möchtest du Beispielsweise den Jakobsweg laufen, ist der Camino Portugues von Porto nach Santiago perfekt für Anfänger!

2. Jedes Gramm zählt, wirklich jedes!

So viel wie nötig, so wenig wie möglich ist hier die Devise! Gerade wir Frauen sind wohl automatisch darauf programmiert so viel wie möglich einzupacken, aber sobald du dein ganzes Hab und Gut auf dem Rücken tragen musst, sieht das alles schon ganz anderes aus. Daher überlege dir was du wirklich brauchst und lasse den ganzen Schnick Schnack zu Hause, du wirst ihn sowieso nicht brauchen. Dein Rucksack sollte am Ende nicht mehr als 7-8 Kilo wiegen. Wenn du mit Zelt wandern gehst, sieht as natürlich etwas anderes aus.

3. Erstelle dir eine Packliste

Hier kannst du dir deine Packliste ausdrucken und direkt abhaken! 🙂

Packliste hier kostenlos herunterladen

Ansonsten hier meine Packlisten-Empfehlung. Alles was vorn mit einem *Sternchen markiert ist, ist optional. Hier solltest du dir überlegen ob es dir das zusätzliche Gewicht wert ist.

Kleidung und Ausrüstung

  • Rucksack
    Ich empfehle dir einen Rucksack mit 30-40 Liter Fassungsvermögen!
  • Regenschutz für den Rucksack
    In passender Größe kaufen. Die meisten Rucksäcke haben bereits eine Regenhülle integriert. Und falls du dir einen Regenponcho besorgst, passt der Rucksack meistens auch darunter.
  • Ein paar Wanderschuhe
    WICHTIG: Unbedingt die Schuhe + Socken vorher gut einlaufen, du willst wirklich keine Blasen bekommen!
  • Funktions-Shirts
    Ich hatte ein Top, ein T-Shirt und ein langärmliges Funktions-Shirt dabei
  • Eine lange und kurze Hose
    Eine lange Sportleggings und eine kurze lockere Sporthose. Oder gleich eine Trekkinghosen* mit Zipp-off um sie auch als kurze Hose tragen zu können. Die Entscheidung bleibt dir überlassen.
  • Eine Fleecejacke
    Morgens und Abends ist es oft sehr frisch!
  • 2-3 Unterhosen
    Am besten du packst 2-3 Funktionsunterhosen ein. Diese trocknen schnell. Aber natürlich gehen auch stinknormale Unterhosen! Achte nur darauf, dass sie bequem sind. An die Mädels: Nimm Slipeinlagen mit, so sparst du dir Unterhosen – du weißt schon.
  • 2-3 Paar Wandersocken / Sportsocken / Camino Socken*
    Achte darauf, dass deine Socken keine Nähte haben. Sportsocken sind dafür optimal! Es gibt extra Socken die zweilagig und besonders gut gegen Blasenbildung geeignet sind. Die beiden Schichten der Socken reiben aufeinander und nicht auf deiner Haut. Sie ersetzen also den Insidertipp zwei Socken übereinander zuziehen um Blasen zu vermeiden!
  • Ein paar FlipFlops / Badelatschen
    Nimm unbedingt ein leichtes Schuhpaar mit.
  • Regenponcho*
    Ich empfehle dir einen Regenponcho zu kaufen anstatt einer Regenjacke und -hose. Er ist ziemlich leicht und ein Teil nimmt weniger Platz weg als zwei. Zudem reicht dieser noch zusätzlich über den Rucksack.
  • Schlafsack*
    Zum Schlafen in Herbergen benötigst du unbedingt einen Schlafsack (es gibt selten Bettwäsche). Ich hatte einen leichten Sommerschlafsack, dieser hat mir vollkommen gereicht. Außerdem ist er leicht waschbar und trocknet schnell.
  • Mikrofaser-Reisehandtuch*
    Auf ein normales Baumwoll-Handtuch solltest du wirklich verzichten! Die werden nass nur schwer und trocknen sehr langsam. Ich hatte zusätzlich zum Mikrofaser-Handtuch ein kleines Baumwoll-Handtuch dabei und habe dieses unterwegs weggeschmissen.
  • Sonnenschutz für den Kopf
  • Bauchtasche
    Hier hatte ich immer meinen kleinen Geldbeute und mein Handy drinnen. Ich nutze sie während des Wanderns und danach, wenn man die Umgebung erkundet.
  • Bikini / Badehose
  • *Trinkblase für den Rucksack
  • *Sport-BH
  • *Bandagen
  • *Wanderstöcke

Hygiene

Packe nicht zu viel ein, du bist nicht aus der Welt, es gibt überall Supermärkte.

  • Reisezahnpasta
  • Zahnbürste
  • Tube Reiseduschgel + Shampoo
  • Tube Hirschtalgcreme*
    Zum Vorbeugen gegen Blasen. Ich muss zugeben, ich habe meine Creme nie benutzt. Die meisten Wanderer schwören allerdings darauf.
  • Packung Blasenpflaster
  • Reisekamm / -bürste
  • Tube Handwaschmittel*
    Natürlich kannst du deine Wäsche genauso gut mit Shampoo waschen.
  • Taschentücher
  • Handdesinfektionsmittel
  • Sonnencreme
  • 1 kleine Reiseapotheke (Aspirin, Schmerztabletten)
  • Frauen: Slipeinlagen
    Damit sparst du dir Unterhosen!
  • Frauen: Tampons / Binden / Menstruationstasse
  • *Rasierer
  • *Bodylotion
  • *Nagelpflegeset
  • *Verhütungsmittel

Technik 

  • Handy und Ladegerät
  • *Powerbank
  • *Kamera
    Wenn du gerne Fotos machst, pack deine Kamera ein. Aber eigentlich reicht auch das Handy.
  • *Stirnlampe
    Falls du im Dunklen loslaufen möchtest, macht eine Stirnlampe Sinn.
  • *eBook Reader

Geld und Unterlagen

  • Kleiner Geldbeutel mit etwas Bargeld
  • Dein Personalausweis
  • 1 Kreditkarte
  • 1 EC-Karte
  • Unterlagen Auslandskrankenversicherung

Sonstiges

  • Reiseführer/Wanderführer
  • Ohropax
  • Tüte für Schmutzwäsche
  • *S-Haken für nasse Wäsche
  • *1 Wäscheleine
  • *Wanderbesteck/Tasse/Teller

4. Wanderstöcke können eine echte Hilfe sein

Beim Jakobsweg habe ich meine Wanderstöcke erst Mal 2 Tage im Rucksack mit mir rumgetragen, da ich dachte ich bräuchte sie nicht. Aber sie sind wirklich eine tolle Hilfe und können sehr entlastent sein. Gerade wenn es Berg rauf und runter geht, sind sie eine super stütze und sichern einen zusätzlich. Daher kann ich dir nur empfehlen Wanderstöcke zu kaufen.

5. Die richtigen Schuhe und der richtige Rucksack sind das A&O

Zur Erst: Kaufe dir deine Ausrüstung nicht im Internet! Gehe dafür in ein Fachgeschäft und lasse dich ausgiebig beraten. Es gibt wirklich kaum etwas schlimmeres als drückende Schuhe oder einen Rucksack der Schmerzen verursacht. Probiere verschiedene Schuhe sowie Rucksäcke durch und lasse dir bei deiner Entscheidung Zeit!

Ich finde es beim Rucksack sehr wichtig, dass er einen Brust- und Hüftgurt hat. Außerdem ist es mir lieber, wenn der Rucksack ein belüftendes Rückenteil als Netzgewebe besitz.

Bei den Schuhen solltest du unbedingt darauf achten, dass sie nicht zu eng sind! Deine Füße werden beim Wandern etwas anschwellen und daher ist ein bisschen Platz sehr wichtig. Außerdem sollten die Schuhe nicht zu schwer sein, denn nicht nur beim Rucksackinhalt zählt jedes Gramm, sondern auch bei dem Gewicht an den Füßen. Es gibt wirklich sehr gute und leichte Wanderschuhe.

6. Denke an die Wandersocken!

Ich schwöre mittlerweile auf Wander-, bzw. Sportsocken. Es gibt extra Socken die zweilagig und besonders gut gegen Blasenbildung geeignet sind. Die beiden Schichten der Socken reiben aufeinander und nicht auf deiner Haut. Zusätzlich haben richtige Wandersocken nur sehr feine oder sogar gar keine Nähte die reiben könnten. Ein anderer Insidertipp wäre zwei Socken übereinander zuziehen um Blasen zu vermeiden!

Meine Wandersockenempfehlung*

7. Bereite deinen Körper auf die Belastung vor

Auf das Wandern kannst du dich letztendlich nur mit Wandern vorbereiten! Beginne mit leichten und kurzen Touren, 10 Kilometer für den Anfang und steigere dich langsam. Auch kannst du den Schwierigkeitsgrad, in dem du zum Beispiel mehr Höhenmeter einbaust, regelmäßig steigern.

Nichtsdestotrotz ist natürlich noch eine gute Grundausdauer und starke Muskulatur das A&O. Neben trainierten Schultern und Beinen, solltest du auch die Rumpfmuskulatur nicht vergessen.

Desweiteren kannst du auch zusätzlich noch deine Füße trainieren. Hier mal ein super Beitrag, der dir ein paar Übungen veranschaulicht. Wirklich kein Hexenwerk und ganz leicht von zu Hause aus machbar.

8. Mache keine langen Pausen

Pausen sind natürlich wichtig! Du solltest nur darauf achten, dass du wenig und vor allem kurze Pausen einbaust. Jede Pause schwächt einen mehr, macht müde und es fällt schwer weiterzulaufen.

Ich achte immer darauf, dass ich regelmäßig Pausen einbaue, z.B. alle zwei Stunden eine kleine Sitzpause. In der ich den Rucksack abnehme, etwas essen kann, die Schuhe nochmal binde und dann geht es auch schon weiter. Eine Pause beträgt nie mehr als 20 Minuten.

9. Dehne und Strecke dich

Die Pausen nutze ich ebenfalls dazu, mich zu strecken und zu dehnen. Das tut wirklich gut und sollte nicht unterschätzt werden. In jeder Pause dehne ich ein bisschen meine Beine, die Hüfte und die Schultern. Danach geht es viel leichter weiter. 🙂

10. Versorge deinen Körper regelmäßig mit Energie

Essen und Trinken ist übrigens extrem wichtig! Der Energieumsatz beim Wandern ist nicht zu unterschätzen! Versorge deinen Körper daher regelmäßig mit Essen. Was dir sehr schnell Energie gibt, sind zum Beispiel Gummibärchen oder Energieriegel. Un natürlich Trinken nicht vergessen!

Für unterwegs solltest du also kohlenhydratreiche Lebensmittel einpacken. Die erste Pause zum Essen solltest du nach spätestens zwei Stunden einlegen, danach alle ein bis zwei Stunden immer wieder etwas essen.

11. Verlauf dich nicht!

Nicht immer sind alle Strecken gut ausgeschildert. Dann hilft entweder ein Reiseführer oder eine Wander-App. Ich finde die Apps koomot und Outdooractive ganz nützlich. Allerdings gibt es viele verschiedene Wander Apps, jeder hat da andere Vorlieben. Ich finde sogar, dass Google Maps einem da heute schon sehr gut helfen kann, im Falle der Fälle!

Du solltest aber auf jeden Fall eine Wanderkarte oder einen Reiseführer einpacken. Ich meine, wie oft kommt es vor, dass man plötzlich keinen Akku mehr hat. In Reiseführern sind die Strecken oft auch wirklich gut und ausführlich beschrieben, sodass man auch alleine mit dem Büchlein zurecht kommt.

Eine weitere Möglichkeit ist ein GPS-Gerät. Mit solch einem Gerät habe ich allerdings noch keinerlei Erfahrungen gemacht und kann daher leider nicht sehr viel dazu sagen.

12. Die Sprache lernen

Falls du im Ausland wandern gehst, ist es immer von Vorteil ein paar Wörter der Landessprache zu sprechen.
Hier findest du eine kurze spanische & portugiesische Vokabelliste für den Jakobsweg! 🙂

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13. Und vor allem: Hab Spaß!

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Also hopp, raus mit dir! 😉

Hast du noch weitere Tipps oder Fragen die ich in meinem Beitrag nicht aufgegriffen habe? Dann schreib sie doch gerne in die Kommentare und lass es mich wissen. 🙂

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