Zugspitze | Von Ehrwald auf den höchsten Berg Deutschlands

Am Wochenende wurde von der tiroler Seite der höchste Berg Deutschlands erklimmt – die Zugspitze.

Ich war bereits einmal mit der Gondel oben, das zählt jedoch in meinen Augen nicht und mein Gipfelstürmer Bild fehlte mir auch noch. Daher wollte ich unbedingt noch einmal nach oben laufen.

Die Route und das “Wanderticket”

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Zugspitze zu besteigen. Einmal von Deutschland aus über das Reintal oder von Ehrwald in Österreich über das Gatterl. Wir haben uns für die Tiroler Route entschieden, da man diese an einem Tag bewältigen kann. Diese Route sind wir gelaufen. Du brauchst nicht unbedingt ein “Navi” da der Weg bestens ausgeschildert ist, im schlimmsten Fall immer der Menschenmenge nach. 😛

Die Route startet in Ehrwald, genauer an der Ehrwalder Almbahn. Hier empfehle ich dir das Wanderticket für 44 Euro zu kaufen. Mit diesem Ticket kannst du die Almbahn, die Gletscherbahn, die Tiroler Zugspitzgondel zurück ins Tal und den Bus im Tal zurück nach Ehrwald nutzen. Mit der Gletscherbahn bspw. kannst du einen sehr steilen und gefährlichen Teil überspringen.

Du kannst also von der Ehrwalder Almbahn mit der Gondel auf die Ehrwalder Alm fahren und sparst dir somit ein paar Höhenmeter. Natürlich kannst du den Weg auch laufen. Von der Ehrwalder Alm brauchst du dann ca. 6 Stunden nach oben zur Zugspitze. Mich hat öfter die Frage erreicht ob wir tatsächlich nur 6 Stunden benötigt haben und ich glaube, wir haben sogar weniger gebraucht. Inkl. Pause waren wir nach ca. 5 – 5,5 Stunden oben.

Der Anstieg auf die Zugspitze hat es wirklich insich, allerdings gibt es auch immer wieder gemütliche Wegpassagen bei denen man sich etwas ausruhen kann. Mit ein bisschen Kondition und Ausdauer steht dem Anstieg also nichts im Wege.

Ein Highlight ist der Grenzübergang von Österreich nach Deutschland. Hierzu muss man einen relativen kurzen Weg steil nach oben klettern (alles machbar) bevor man die Grenze erreicht.

Die Route ansich ist traumhaft schön wie ich finde und lohnt sich definitiv. Nach ca. 4 Stunden kommt die Knorrhütte, bei der du einkehren kannst. Wir sind hier jedoch weitergelaufen um keine Zeit zu verlieren. Nach der Knorrhütte kommt noch mal ein wirklich fieser und steiler Anstieg. Oben angekommen, mussten wir dann erst mal eine Pause einlegen. Dann ging es weitere 40 Minuten über angenehme Wege bis wir die Gletscherbahn erreichten. Das letzte Stück sind wir dann mit der Gondel gefahren. Im Nachhinein denke ich mir, dass wir den Anstieg sicherlich auch geschafft hätten – aber hinterher ist man immer klüger. Die Gletscherbahn bringt einen direkt zur Plattform.

Das Gipfelkreuz

Oben angekommen musst du über die Plattform gehen um das Gipfelkreuz zu erreichen. Leider ist dieser Teil der Nervenraubenste! Über einen kleinen, sehr einfachen Klettersteig gelangst du nach oben, hierfür wird nicht unbedingt Ausrüstung wie bspw. ein Gurt benötigt. Ich sage dir, da oben wimmelt es nur so von Menschen, was es wirklich schwierig macht das Kreuz zu erreichen. Natürlich sind jede Menge Bergsteiger und Kletterer dort unterwegs, aber leider auch sehr sehr viele Touristen, die mit der Gondel nach oben gefahren sind. Diese hüpfen da leider mit ihren Schlappen total verantwortungslos umher. Der Vollständigkeit halber haben wir uns aber auch irgendwie zum Kreuz durchgeschlagen und das hässlichste Gipfelkreuzbild aller Zeiten geschossen. Aber immerhin war ich nun endlich am höchsten Punkt Deutschlands!

Zurück auf der Plattform gab es bei molligen 5 Grad ein Bierchen bevor es mit der Tiroler Zugspitzbahn zurück nach Ehrwald ging (letzte Fahrt 16.40 Uhr). Die Tiroler Zugspitzbahn ist, wie bereits erwähnt, im Wanderticket enthalten. Unten angekommen fuhren wir mit dem Bus, ebenfalls im Wanderticket enthalten, zurück zur Almbahn, hier hatten wir unser Auto abgestellt.

Fahrzeiten Ehrwalder Almbahn
Fahrzeiten Tiroler Zugspitzbahn
Fahrzeiten Bus Ehrwalder Almbahn-Zuigspitzbahn / Zugspitzbahn-Ehrwalder Almbahn

Ausrüstung

Für die Strecke von Ehrwald zur Zugspitze benötigst du nicht unbedingt viel, es handelt sich ja nur um eine Tagestour. Was jedoch wichtig ist:

  • Wanderrucksack, ca. 18-20 Liter
  • Ausreichend Wasser und Verpflegung – wir hatten belegte Brote, Gemüse und Gummibärchen dabei
  • Wanderstöcke – ich würde nie einen Berg ohne Stöcke besteigen!
  • Feste Wanderschuhe
  • Evtl. ein Klettergurt
  • (Blasen-)Pflaster, Tempos, Desinfektionsmittel
  • Bargeld
  • Regenjacke
  • Sonnenschutz, Sonnencreme – auf einem Berg verbrennst du dich furchtbar schnell!

Unsere Unterkunft

Wir haben im Hotel Feneberg übernachtet. Was ganz praktisch ist, da das Hotel direkt an der Haltestelle des Buses zur Ehrwalder Almbahn liegt. Der Aufenthalt im Hotel Feneberg war sehr angenehm. Das Frühstück für einen Veganer ziemlich schwierig – ich habe mich von trockenen Brötchen ernährt, aber so ist das ja häufig.

Eure Fragen

Weiterer Fragen von euch 🙂

  1. Wo stellt man denn am besten das Auto ab?
    An der Ehrwalder Almbahn! 🙂 Der Bus bringt dich wie gesagt im Tal von der Tiroler Zugspitzbahn dorthin zurück. Oder du fährst einfach direkt mit dem Bus und lässt das Auto stehen.
  2. Würdest du Stöcke empfehlen?
    Ich würde einen Berg niemals ohne Stöcke besteigen! Die Stöcke entlasten beim Aufsteigen. Beim Abstieg stützen Sie einen und geben Halt.
  3. Wie waren die Temperaturen?
    Wir sind im August nach oben gelaufen, im Tal war es daher sehr angenehm. Ich würde die Temperaturen auf der Zigspitze vorher immer über die Bergfex App checken (Wetter App für Berge). Oben auf der Zugspitze hatte es 5 Grad. Einen Tag vorher hatte es oben sogar geschneit.
  4. Wie lange habt ihr tatsächlich gebraucht? Wann seid ihr gestartet? Wie viele Pausen habt ihr gemacht?
    Wir sind mit der 1. Fahrt der Ehrwalder Almbahn gestartet, also um 8 Uhr. Von der Ehrwalder Almbahn haben wir ca. 5-5,5 Stunder zur Gletscherbahn benötigt. Das heißt mit dem letzten Anstieg, den wir übersprungen haben, benötigt man vermutlich 6 Stunden. Wir haben 2 größere Esspausen eingelegt, ca. 15-20 Minuten. Und sind natürlich auch immer mal wieder für ein paar Minuten irgendwo stehen geblieben.
  5. Gab es keine ausgesetzten Stellen?
    Nein, eigentlich gab es keine. Der letzte Anstieg evtl., leider kann ich hierzu ja keine Auskunft geben. Trittsicherheit ist hier jedoch auf jeden Fall gefragt!
  6. Welchen Wanderführer/Karte hattet ihr dabei?
    Ich habe mir die Route, die ich dir oben verlinkt habe, auf die Wanderapp Outdooractive geladen. Jedoch wird eigentlich keine Karte benötigt, da der Weg bestens markiert ist.
  7. Bist du das ganze sehr trainiert gestartet bzw. hast du dich lange darauf vorbereitet?
    Naja, was heißt darauf vorbereitet. Ich wandere oft und sehr viel, des Öfteren geht es auch in die Berge. Von daher bin ich diese Belastung inzwischen gewohnt. Dazu kommt noch, dass ich regelmäßig Crossfit mache und auch dadurch bestens trainiert bin. Für die Zugspitze brauchst du eins: Kondition und starke Beine. Machbar ist es, denke ich, für Jedermann. Untrainiert ist es auf jeden Fall eine sehr große Herausforderung. Daher empfehle ich dir: Starte mit ein paar kleineren und einfacheren Bergen, bevor du dir die Zugspitze vornimmst. 🙂
  8. Welche Wanderschuhe nutzt du?
    Aktuell trage ich diese Wanderschuhe. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, jedoch werde ich mir bald neue Schuhe zulege, da mir diese vermutlich eine halbe Nummer zu eng sind.

2 Kommentare

  1. Pauli
    August 25, 2019 / 7:05 am

    Falls jemand hier plant alles zu laufen, auch das letzte Stück: Für den Aufstieg ab der Gletscherbahn muss man definitiv eine Stunde oder mehr einplanen. (Plus viel Konzentration) Das sieht vielleicht kurz aus von der Bahn geht aber steil im Geröll und dann über einen Steig, dieser ist teilweise ausgesetzt.

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